Montag, 10. Juli 2006

Der Tankwart feiert ersehntes Comeback: Und prompt steigt auch wieder der Umsatz

  • Shell setzt vermehrt auf Bedienung bei Tankstellen
  • UMFRAGE: Selber tanken oder andere tanken lassen?

Mittlerweile ist er ein seltener Anblick geworden: der Tankwart. Fast überall muss der Kunde an der Zapfsäule selbst tanken, die Scheiben putzen und sich dabei dreckig machen. Doch nun ist er zurück! Vorerst in Deutschland, bald wahrscheinlich auch in Österreich werden bei Shell wieder vermehrt Tankwarte beschäftigt. Und die Kunden freut's.

Der Mineralölkonzern Shell hat die Rückkehr des Tankwarts an zahlreichen seiner deutschen Stationen als großen Erfolg bezeichnet. Ein knappes halbes Jahr nach dem Start des Projektes warten inzwischen an 141 Tankstellen des Konzerns wieder Tankwarte auf die Autofahrer. Nach Angaben des Chefs des deutschen Shell-Tankstellengeschäfts, Istvan Kapitany, ist an diesen Stationen der Absatz von Kraftstoff, Schmiermitteln und anderen Produkten zum Teil mit zweistelligen Prozentzahlen gestiegen.

Pläne für Österreich in Arbeit
In Österreich gibt es an den 18 Autobahntankstellen eine Bedienung, damit habe man bisher ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht, hieß es von Shell im April des heurigen Jahres. Derzeit werde an Plänen für einen weiteren Ausbau dieses Services gearbeitet, konkrete Vorhaben gebe es aber noch nicht.

Rund ein Drittel mit Tankwart
Bis Jahresende sollen 700 der rund 2.250 deutschen Shell-Stationen wieder mit Bedienung aufwarten können. Kapitany rechnet nach eigenen Angaben damit, dass langfristig noch mehr Pächter das Modell übernehmen.

Guter Service
Shell hatte die Wiedereinführung des deutschen Tankwarts im Februar angekündigt. Die Profis in roten Uniformen betanken auf Wunsch die Fahrzeuge, putzen Scheiben, prüfen Wasser und Öl und erledigen auch Kleinreparaturen. Als Gegenleistung wird von den bedienten Kunden die Zahlung von einem Euro erwartet. Allerdings ist das freiwillig. "75 Prozent der Kunden zahlen dafür", sagte Kapitany. Der neue Service ist Teil des Vorhabens von Shell, den deutschen Marktführer Aral zu überrunden.

Zielgruppe: Frauen und ältere Menschen
Shell spricht mit dem neuen Service nach eigenen Angaben vor allem Frauen und ältere Autofahrer an. "Für viele Kunden ist es kein Spaß, das Auto zu betanken und die Scheiben zu putzen", sagte Kapitany. Der Konzern erhoffte sich treuere Kunden und auch zusätzlichen Umsatz, etwa durch den Verkauf von mehr Motoröl.

Große Absatzsteigerung
Laut Kapitany ist der Absatz von Schmierstoffen an den Tankwart-Stationen um 22 Prozent gestiegen, der Verkauf von Zusätzen für Scheibenwasser um 24 Prozent und der Kraftstoffabsatz um 0,8 Prozent. (APA/red)

Stimmen Sie ab: Tanken Sie lieber selbst, oder soll das ein Tankwart übernehmen? Die Umfrage finden Sie im Kasten auf der linken Seite.

10.7.2006 16:48