Freitag, 14. Juli 2006

Sonnenschäden bei Kinderaugen häufig: Brillen mit UV-Schutz sind deshalb ein Muss

  • Nur bei Erwachsenen blockt Linse UV-Strahlung ab
  • Babys sollten nie praller Sonne ausgesetzt werden

Mediziner warnen davor, Kinderaugen ungeschützt der Sonne auszusetzen. Bei Kindern sind die Augen noch lichtdurchlässiger als bei Erwachsenen. Der natürliche Eigenschutz gegen Licht und UV-Strahlen hat sich noch nicht ausreichend entwickelt. Sonnenbrillen sind daher auch für die Kleinen kein unnötiges Modeaccessoire, sondern Schutz vor drohenden Gesundheitsschäden.

"Vor dem ersten Lebensjahr erreichen 90 Prozent der UVA-Strahlen sowie über 50 Prozent der UVB-Strahlen die Netzhaut", berichtete der Wiener Facharzt Stephan Kaminski von der Universitätsklinik für Augenheilkunde am AKH. Babys sollte man grundsätzlich nie der prallen Sonne aussetzen. "Zwischen dem zehnten und 13. Lebensjahr gelangen 60 Prozent der UVA-Strahlen und 25 Prozent der UVB-Strahlen auf die Netzhaut. Erst im Alter von 18 bis 20 Jahren wird praktisch die gesamte UV-Strahlung von der Augenlinse abgeblockt."

Erhöhtes Hautkrebsrisiko
Ohne umfassenden Schutz sei das Risiko für bleibende Schäden an Netzhaut und Linse beträchtlich. Ernste Folgen seien neben einer Linseneintrübung Bindehautentzündungen und Hornhautüberwachsungen, später auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko im Augenbereich.

Sonnenbrillen sind ein Muss
Durch die Zunahme an schädlicher UVB-Strahlung gilt ein Schutz von Kinderaugen durch hochwertige Sonnengläser mittlerweile in Fachkreis als empfehlenswert. Beim Kauf sollte man beachten, dass Sonnengläser idealerweise grün, braun oder grau sein sollten. Von Gläsern in Rot, Blau, Gelb, Pink oder ähnlichen Modefarben bzw. verspiegelten Scheiben wird abgeraten. Die Fassung muss so groß sein, dass sie den Augen ausreichenden Schutz gewährt. Die Gläser müssen 100-prozentigen UV-Schutz bis 400 Nanometer bieten. (APA/red)

14.7.2006 10:24