Magnetische RAM als Speicher-Revolution?
Arbeitsspeicher von Freescale serienreif
- Neue Technik könnte dem "Booten" ein Ende bereiten
- Erste Anwendungsgebiete im Verkehrswesen geplant
·Liebling, ich hab den Speicher geschrumpft!
Texas Instruments ver-kleinert Chips um 30%
·Rekord-Speed: Chip mit 500 GHz von IBM!
Prozessor künstlich auf
-268 Grad abgekühlt
·Bill Gates will selbst keinen Chip im Gehirn
Verbindung von Mensch und Computer geplant
Der amerikanische Chip-Hersteller Freescale hat die kommerzielle Verfügbarkeit magnetischer RAM-Bausteine bekannt gegeben und damit möglicherweise einen neuen Abschnitt in der Speicherung digitaler Daten eingeleitet. Im Freescale-Werk in Arizona habe die Produktion von MRAM-Chips mit einer Kapazität von vier Megabit begonnen, teilte das Unternehmen mit, das aus dem Motorola-Konzern hervorgegangen ist.
MRAM-Chips (Magnetic Random Access Memory) können wie herkömmliche RAM-Bausteine für den Arbeitsspeicher des Computers eingesetzt werden. Da ihr Inhalt aber nicht verloren geht, könnte damit einmal ein PC entwickelt werden, der nach dem Einschalten sofort zur Nutzung bereit ist und nicht erst das Betriebssystem laden muss. Außerdem könnten die schnellen und besonders haltbaren MRAM-Chips den in mobilen Geräten verwendeten Flash-Speicher ablösen.
Ein Ende der Verflüchtigung
Bisherige RAM-Chips speichern Daten in Form von elektrischer Ladung und sind daher flüchtig. Bei MRAM-Chips werden die Daten ähnlich wie auf der Festplatte als Magnetisierungsrichtung in magnetischen Zellen festgehalten. Diese Informationen bleiben auch dann erhalten, wenn die Spannungsversorgung abgeschaltet ist.
Große Speicher-Innovation
Die 48-Milliarden-Dollar-Branche der Speicherchip-Industrie bemüht sich schon seit Jahren um die Produktion von MRAM-Bausteinen. Unter ihnen sind führende Unternehmen wie IBM. Bisher scheiterten aber alle Versuche, die MRAM-Chips zur Serienreife zu bringen. "Dies ist die wichtigste Speicher-Innovation in diesem Jahrzehnt", sagte daher Will Strauss von der Marktforschungsfirma Forward Concepts zur Ankündigung von Freescale.
Lizenzvergabe statt Direktvertrieb
Der Leiter des MRAM-Programms von Freescale in Austin, Saied Tehrani, erklärte, dass sein Unternehmen schon nahezu zehn Jahre an dieser Technik arbeite. Es gebe bereits Kunden für die neuen MRAM-Bausteine. Als erste Anwendungsgebiete nannte er das Verkehrswesen, wo die Beständigkeit mobiler Datenträger von elementarer Bedeutung sei. So könnten die neuen Chips etwa in der Blackbox von Flugzeugen verwendet werden. Freescale will die Chips nicht selbst im Massengeschäft absetzen, sondern Lizenzen an andere Unternehmen vergeben. (apa/red)
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