Mittwoch, 12. Juli 2006

Bademeister im Baywatch-Test

Held oder Faulenzer? NEWS stellte ,Bassinaufseher‘ aus fünf Bädern auf die Probe: Wer rettet unsere Testtaucherin?

Eine Minute und 45 Sekunden. So lange ist Henriette bereits unter Wasser, ohne auch nur einmal Luft geholt zu haben. Zwei Meter von ihr entfernt sitzt ein Mann mit dunkler Sonnenbrille am Beckenrand und lässt seine Beine genüsslich im erfrischenden Nass baumeln. Rechts von ihm ein zweiter Badegast im Wasser, der seine Ellbögen lässig an der Poolkante abstützt. Und genau dazwischen treibt Henriettes regloser Körper mittlerweile bereits mehr als zwei Minuten.

Nur ihr türkis geblümter Bikini blitzt durch die gekräuselte Wasseroberfläche, als die Männer beginnen, einander Blicke zuzuwerfen. „Tot?“, fragt der eine mehr gelangweilt als besorgt. „Ja, ich glaub“, antwortet die Sonnenbrille, ohne die Situation mit einer weiteren Reaktion zu würdigen. Nach exakt drei Minuten taucht die hübsche junge Frau schließlich auf. Kein Bademeister hat sich bis zu diesem Zeitpunkt blicken lassen. Wäre Henriette keine erfahrene Apnoe-Taucherin, wäre sie möglicherweise bereits tot.

NEWS testet Bädersicherheit. „Dass keiner unserer Bassinaufseher eingeschritten ist, macht mich betroffen“, sagt Edmund Friedl, Geschäftsführer der Therme Oberlaa. Hier war die erste Station des NEWS-Bädertests.

Mithilfe von Apnoe-Taucherin und Tauchlehrerin Henriette Kissling, die ohne Luftzufuhr mehr als fünf Minuten unter Wasser bleiben kann, stellten wir die Bademeister von insgesamt fünf Sommerbädern in Wien und Klosterneuburg auf die Probe. Um den Test möglichst fair zu halten, ließen wir Henriette dabei nur in jenen Becken „untergehen“, bei denen sich mindestens ein Bassinaufseher in potenzieller Lebensretter-Nähe befand. Aus sicherer Entfernung beobachtete das NEWS-Team dann nicht nur die Reaktionen der Bademeister, sondern auch die der anderen Badegäste.

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12.7.2006 17:27