Mittwoch, 12. Juli 2006

Justizskandal: ,Ich werde nie aufhören...‘

  • Hilfe, Kinderschänder!

Sofort nach seiner Haftentlassung wurde ein Kinderschänder abermals rückfällig.
Psychiater fordern nun Gesetzesänderungen im Strafvollzug.

Es ist drückend heiß am 28. Juni 2006. Aber Georg S. bemerkt das kaum. Er fühlt nicht die stechenden Sonnenstrahlen, er hat keinen Durst, er schwitzt nicht, er trägt über seinem langärmeligen T-Shirt und der Jeanshose sogar eine dicke, dunkelblaue Jacke.

„Ich hab“, sagt er, „tatsächlich die Hitze überhaupt nicht gespürt. Weil ja alles in mir nur darauf programmiert war, dieses Mädchen zu bekommen.“

Es geschah am helllichten Tag. Dieses Mädchen – ein vierjähriges Kind, das der Mann am Wochenende davor „entdeckt“ hatte, als es im Garten seiner Eltern spielte: „Seitdem hab ich gewusst: Ich muss die Kleine haben.“

Und nun, am Mittwoch, will der 42-Jährige „endlich zuschlagen“. Wie an den vergangenen beiden Tagen schon, fährt er auch heute wieder gleich nach dem Frühstück mit seinem Moped von seiner Grazer Wohnung die zehn Kilometer zu dem Haus in Thal, langsam freilich – am Weg dorthin überlegt er noch einmal ganz genau, bis ins Detail, was er seinem Opfer antun wird.

Abermals geht er stundenlang auf der Straße vor der Wohnsiedlung auf und ab, erkundet die Umgebung, um einen geeigneten Ort für seine geplante Gräueltat zu finden, doch nie verliert er dabei den Blickkontakt zu dem Rohbau, in dem Manuela mit ihren Eltern, den Großeltern und der neunjährigen Schwester wohnt.

„Erst vor zwei Monaten“, schluchzt die Mutter des Kindes, „sind wir alle hierher gezogen.“ Weg aus der Stadt, hinaus aufs Land. Der Lebenstraum der Familie sollte damit in Erfüllung gehen, „jetzt ist er zerstört …“

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12.7.2006 17:46