Donnerstag, 27. Juli 2006

Deal gerät ins Stottern: General Motors wehrt sich gegen Allianz mit Renault-Nissan

  • Risiken eines Dreier-Bündnisses höher als Vorteile
  • Daimler-Chef Zetsche: Kein Druck durch Allianz

Der US-Autoriese General Motors wehrt sich nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gegen die geplante Allianz mit Renault und Nissan. Konzernchef Rick Wagoner habe seinen Finanzvorstand Fritz Henderson mit einer Abwehrstrategie beauftragt.

Henderson soll demnach Argumente finden, um die GM-Aktionäre davon zu überzeugen, dass die Risiken eines solchen Dreier-Bündnisses größer sind als die daraus zu erwartenden Kostenvorteile in Einkauf und Produktion. Wagoner vertraue auf eine Sanierung im Alleingang.

Medienberichten zufolge prüfen Renault und Nissan, die untereinander auch über Kapitalbeteiligungen verflochten sind, jeweils zehn Prozent am Branchenführer aus den USA zu übernehmen. Die Allianz war von Kirk Kerkorian angeregt worden, der mit 9,9 Prozent der Anteile GM-Großaktionär ist.

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche sieht den deutsch-amerikanischen Autokonzern durch eine mögliche Allianz der Konkurrenten General Motors, Renault und Nissan nicht unter Druck. "Ich denke nicht, dass wir einen ähnlichen Weg einschlagen müssen", sagte Zetscheag. "Wir sind ein Konzern mit einem großen Potenzial", sagte der Manager. Sofern die Allianz überhaupt zustande komme, werde sich der Wettbewerbsdruck auf DaimlerChrysler nicht erhöhen.

Zetsche ist einer der Väter der Fusion von Daimler-Benz mit dem US-Hersteller Chrysler im Jahr 1998 und war mehrere Jahre Chrysler-Chef. Unter Zetsches Vorgänger Jürgen Schrempp hatte DaimlerChrysler seinerseits Allianzen mit dem japanischen Autohersteller Mitsubishi Motor und dem koreanischen Hyundai-Konzern geschmiedet, die aber über einzelne gemeinsame Projekte nicht hinauskamen. Inzwischen sind die verlustreichen Engagements beendet.

Auf Betreiben von GM-Großaktionär Kirk Kerkorian prüft der in die Krise geratene US-Konzern GM eine Allianz mit den bereits verflochtenen Wettbewerbern Renault aus Frankreich und Nissan aus Japan.

(apa/red)

27.7.2006 19:54