Historische Wende: Japans Notenbank beendete wie erwartet Nullzinspolitik
- Große Hoffnungen: Stärkung des Yen erwartet
Die japanische Notenbank hat wie erwartet erstmals seit sechs Jahren den Schlüsselzins erhöht und damit eine historische Wende in ihrer Geldpolitik vollzogen. Wie die Währungshüter mitteilten, wird der Leitzins auf 0,25 Prozent angehoben. Zugleich betonte die Bank of Japan allerdings, künftige Erhöhungen würden in kleinen Schritten erfolgen.
An den Finanzmärkten war mit dem Ende der Nullzinspolitik und einer Erhöhung um 25 Basispunkte gerechnet worden - entsprechend zurückhaltend fielen die Reaktionen aus. Der Yen gab nach der Entscheidung leicht nach, der 225 umfassende Nikkei-Index blieb im Minus.
"Japans Wirtschaft wächst weiter moderat", hieß es in einer ersten Erklärung der Notenbank. Das Verhältnis von Inlands- und Auslandsnachfrage sei genauso ausgewogen wie das Verhältnis zwischen dem Unternehmenssektor und den Privathaushalten. Würden die Zinsen in so einem Umfeld bei Null gehalten, könnte dies unter anderem zu größeren Preisschwankungen führen. Die Entscheidung für eine Anhebung des Schlüsselzinses fiel den Angaben nach einstimmig.
Die Notenbank-Mitglieder sprachen sich zudem mehrheitlich dafür aus, den Diskontsatz auf 0,4 von derzeit 0,1 Prozent anzuheben. Hier hatten Experten mit einer Erhöhung zwischen 0,35 und 0,5 Prozent gerechnet.
An sich sei die Entscheidung der Währungshüter relativ unspektakulär, sagte Chef-Volkswirt Peter Morgan von HSBC in Hongkong. "Allerdings signalisiert sie den Beginn einer allmählichen schrittweisen Anhebung der Zinsen in Japan." Dies werde langfristig auch zu einer Stärkung des Yen führen, betonte der Experte. Die japanische Notenbank habe aber noch viel vor sich, sagte Stratege Kirby Daley von Fimat. Es komme nun vor allem auf die künftigen Entscheidungen an.
Die US-Notenbank hat seit Mitte 2004 insgesamt 17 Mal hintereinander die Zinsen erhöht. Derzeit liegt der Schlüsselzins bei 5,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen seit Dezember drei Mal auf inzwischen 2,75 Prozent angehoben.
(apa/red)
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