Freitag, 14. Juli 2006

Pillen zum Billigpreis: Rezeptfreie Arzneien bald günstig in der Drogerie zu haben?

  • NEWS: dm will künftig Aspirin & Co. verkaufen
  • dm-Boss Günther Bauer wittert historische Chance

Günter Bauer, Chef der Drogeriekette dm, macht gegen das Apotheken-Monopol mobil und will künftig selbst rezeptfreie Arzneimittel verkaufen. Die Apotheker fürchten nun um ihr lukratives Geschäft.

Es ist ein Kampf auf Biegen und Brechen. Seit dem aktuellen Mahnbrief aus Brüssel, in dem die Europäische Kommission die österreichischen Apotheken-Regelungen kritisiert und ein Verfahren wegen Marktverzerrung ankündigt, kommt ordentlich Schwung ins Pillen-Business. Denn Günter Bauer, Boss der Drogeriemarktkette dm, wittert eine historische Chance: Er will in seinen 340 Filialen künftig auch Aspirin oder Sanostol verkaufen dürfen. Und das zu supermarktüblichen Öffnungszeiten und günstigeren Preisen. Die Apotheker fürchten um ihr lukratives Geschäft und warnen vor Gefahren für die Volksgesundheit.

Billigpillen gegen Kopfschmerzen. Unterstützung erhält der dm-Chef durch eine Spectra-Umfrage, wonach drei von vier Österreichern für einen Verkauf von rezeptfreien Arzneien in Drogerien sind. Bauer erklärt: "Die Menschen wollen Arzneien gegen Alltagsbeschwerden wie Kopfweh oder Husten zu günstigen Preisen im Drogeriemarkt kaufen. Das Apotheker-Monopol entspricht nicht mehr den Erwartungen."

Der Vorsitzende der Apothekerkammer, Herbert Cabana, hält dem Hände ringend entgegen: "Ich sehe mich als Konsumentenschützer. Ich möchte nicht, dass künftig nur mehr Reiche die richtigen Herzmittel bekommen und ärmere Menschen in Tankstellen mit billigen Schmerzmitteln versorgt werden."

Zehn Prozent günstiger. Doch beim Fight zwischen dm und den Apothekern geht es weniger um Herz und Kopf, sondern um viel Geld. Denn die Gewinnspannen der heimischen Apotheker bewegen sich aufgrund der geschützten Marktposition auf gehobenem EU-Niveau. Vom Produktpreis blieben ihnen zuletzt satte 29,1 Prozent übrig. dm-Bauer sieht genau hier seine Chance. Er verspricht 10 Prozent niedrigere Preise und plant den vermehrten Verkauf von billigeren Generika.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

14.7.2006 09:41