Kann er Anschuldigungen nicht vergessen?Lippi steuert künftig ruhigere Gewässer an
- Hatte Italiens Nationalelf zum Weltmeistertitel geführt
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Die italienische Presse hat Marcello Lippi nach seinem Rücktritt als Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft mit Wehmut verabschiedet. "Auf Wiedersehen und danke", titelte "La Repubblica" und verglich den 58-Jährigen mit einem Schiffskapitän: "Die Reise führte nicht von Küste zu Küste, aber von den reißenden Fluten hin in die ruhigen Gewässer, von der Seekrankheit zum Stolz, von Enttäuschung zu wahrer Liebe."
Die Tageszeitung hob noch einmal den harten Weg der "Squadra Azzurra", die bei der WM 2002 im Achtelfinale gescheitert war und bei der EURO 2004 die Vorrunde nicht überstanden hatte, hervor. "Es war keine leichte Reise, und das Schiff war weder das schnellste, noch das hübschste - aber es war solide gebaut. Und als der Hafen erreicht war, sagte der Kapitän auf Wiedersehen."
Kann er Anschuldigungen nicht vergessen?
Andere Blätter vermuteten, dass der Ex-Juventus-Trainer Lippi die Anschuldigungen gegen seine Person im Spielabsprachen-Skandal nicht vergessen hätte. "La Stampa" bezeichnete Lippis Rückzug als "vorsätzlichen Abschied, getragen von den Querschüssen, die aus allen Richtungen kamen". Der Erfolgscoach war von den italienischen Behörden verhört worden, sein Sohn Davide sieht sich weiter mit Ermittlungen konfrontiert.
Auch der "Corriere della Sera" stieß ins selbe Horn: "Er hat die Tage nicht vergessen, in denen ihn der Skandal beinahe in den Sumpf gezogen hätte." Ohne diese Anschuldigungen hätte der Weltmeister-Trainer seinen Vertrag verlängert und Italien in die Qualifikation für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz geführt.
Als Nachfolge-Kandidaten stünden Ex-Milan-Spieler Roberto Donadoni und ein Ex-Trainer der "Rossoneri", Alberto Zaccheroni, parat. Als Favorit auf das schwere Erbe gilt der 43-jährige Donadoni, der beim Erstligisten Livorno allerdings nur acht Monate Trainer-Erfahrung in der Serie A hat.
(APA/red)
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