Montag, 10. Juli 2006

Trotz unrühmlichen Ausschlusses: Zidane bester Spieler der Weltmeisterschaft 2006

  • "Silber" erhielt Italiens Abwehrtank Fabio Cannavaro
  • Italiens Goalie Buffon zum besten Torwart gewählt

Frankreichs Kapitän Zinedine Zidane ist trotz seiner Tätlichkeit und des anschließenden Ausschlusses im Endspiel gegen Italien zum besten Spieler der WM 2006 gekürt worden. Der 34-Jährige bekam in der von der FIFA organisierten Wahl unter Journalisten 2.012 Stimmen. Auf Rang zwei landete Italiens Abwehrchef und Kapitän Fabio Cannavaro (1.977 Stimmen), der als Favorit auf die Auszeichnung mit dem Goldenen Ball gegolten hatte. Dritter wurde bereits mit deutlichem Rückstand der von der FIFA-Experten-Kommission zum besten Spieler des Finales gewählte Italiener Andrea Pirlo (715).

Zidane tritt damit die Nachfolge von Deutschlands Tormann Oliver Kahn an, der vor vier Jahren bei der WM-Endrunde in Südkorea und Japan zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war. Auch damals war die Auszeichnung umstritten, da Kahn im Finale patzte und dennoch vor dem zweifachen Endspiel-Torschützen Ronaldo landete.

2002 waren die Wahlurnen aber schon vor dem Finale geschlossen worden, so dass der Fehler des deutschen Keepers unberücksichtigt blieb. Diesmal war die Stimmabgabe bis um Mitternacht des Finaltages möglich. Etwas mehr als eineinhalb Stunden zuvor hatte Zidane nach Kopfstoß gegen Marco Materazzi "Rot" gesehen.

Zidane reiht sich als bester WM-Akteur in eine Liste prominenter Namen ein. Vor Kahn hatten die Brasilianer Ronaldo (1998) und Romario (1994) sowie Italiens Salvatore "Toto" Schillacci (1990) und Argentiniens Superstar Diego Armando Maradona (1986) den Goldenen Ball erhalten.

Den Goldenen Schuh als bester Torschütze der WM 2006 sicherte sich mit fünf Treffern Stürmer Miroslav Klose von Werder Bremen. Als bester Torhüter wurde Italiens Schlussmann Gianluigi Buffon von der FIFA mit der "Lew-Jaschin-Auszeichnung" bedacht.


(apa/red)

10.7.2006 11:14