Sonntag, 16. Juli 2006

Nach 3:1-Sieg gegen Tiraspol: SV Ried
trennt nur ein Spiel von UEFA-Cup-Quali

  • Trainer Kraft mit Ergebnis, nicht mit Spiel zufrieden
  • Rückspiel steigt am Samstag in Moldawien

Die SV Ried trennt noch ein Spiel vom Einzug in die 2. Qualifikationsrunde zum Fußball-UEFA-Cup. Die Innviertler bezwangen am Samstag im Drittrunden-Hinspiel des UI-Cups dank Toren von Routinier Herwig Drechsel (26.), Neuzugang Sebastian Martinez (52.) und Flügelflitzer Jung Won Seo (81.) den FC Tiraspol 3:1 (1:0). Das Rückspiel steigt am kommenden Samstag in Moldawien, der Aufsteiger steht in der UEFA-Cup-Qualifikation.

Den 1.500 Zuschauern im Rieder Fill Metallbau Stadion war ein Spiel geboten worden, wie es im Charakter zu erwarten war. Die Moldawier verteidigten großteils mit bis zu elf Mann, lauerten vergebens auf Konter. Die Gastgeber dominierten, wurden nach einem überfallsartigen Start (vier Eckbälle in den ersten 185 Sekunden) aber erst Mitte der ersten Spielhälfte auf kuriose Art und Weise belohnt.

Nachdem Talent Sulimani einen Tiraspol-Verteidiger und dessen Torhüter in ein Streitgespräch verwickelt hatte, köpfelte Drechsel einen Abpraller aus rund 18 Metern ins leere Tor. Erst nach Seitenwechsel drückten die Rieder wieder etwas mehr aufs Tempo, Martinez gelang nach einem Gestocher im Fünfmeterraum nach Brunmayr-Kopfball das 2:0, ehe Alexej per Kopf nach einem Corner den kurzzeitigen Anschlusstreffer besorgte.

"Es sieht fast so aus, als bräuchten wir ein Gegentor, um uns unserer Tugenden zu besinnen", meinte der neue Ried-Trainer Helmut Kraft, dessen Team in der zweiten Runde den georgischen Klub Dynamo Tiflis ausgeschaltet hatte. "Wenn wir auswärts wieder kein Gegentor bekommen, ist das kein Problem. Das Ergebnis ist in Ordnung, mit dem Spiel kann ich aber nicht ganz zufrieden sein", erklärte der ehemalige Tirol- und Pasching-Coach.

Der klein gewachsene Südkoreaner Seo hatte aus einem Konter nach Kastner-Flanke mit seinem zweiten Kopfball-Treffer in nur drei Spielen den Endstand fixiert und damit die Hoffnungen der Moldawier entscheidend gedämpft. "Das Spiel war nicht attraktiv, aber erfolgreich", meinte der Rieder Abwehr-Chef Oliver Glasner. "Das ist das, was im Europacup zählt. Wir brauchen nicht erwarten, dass wir einen Gegner 4:0 oder 5:0 wegschießen. So gut ist der österreichische Fußball nicht."

(apa)

16.7.2006 10:38