Bandenzauber kehrt zurück: Das Wiener Stadthallen-Turnier gibt 2007 sein Comeback
- Vom 4. bis 7. Jänner wird wieder fleißig getrickst
- Auch in Graz Hallen-Auferstehung in Vorbereitung
Heinz Palme, der erfolgreiche General-Koordinator der WM, ist ein Hans Dampf in allen Fußball-Gassen. Nach zweimonatiger Arbeit in Deutschland kehrte der Österreicher am Freitag erstmals wieder in seine Heimat zurück, um sofort sein nächsten Projekt zu präsentierten. Gemeinsam mit seiner Firma HPM, Austria und Rapid verhilft er dem traditionsreichen Wiener Stadthallen-Turnier 2007 zu einem Comeback. Gezaubert und getrickst wird vom 4. bis 7. Jänner.
"Obwohl es auf dem Weg zur EURO 2008 kritische Stimmen gibt, sind wir der Überzeugung, dass vier Tage Bandenzauber nicht schädlich, sondern belebend für unseren Fußball sind. Er darf im Winter nicht verloren gehen", erklärte Palme, dessen Firma HPM (Heinz Palme Management) im Auftrag der Bundesliga den Hallen-Cup von 2001 bis 2005 mit Erfolg (insgesamt 170.515 Zuschauer an 23 Spieltagen/7.413 Zuschauer im Schnitt sowie 5,98 Tore pro Spiel) organisiert hatte, ehe ein einstimmiger Liga-Beschluss der Tradition eine Ende gesetzt hatte.
Aber nach einjähriger Pause kommt es nun zu einer Auferstehung - und eine solche wird für 2007 auch in Graz bereits vorbereitet. "Der Zeitpunkt ist gut, Partner und Sponsoren stehen dazu, das Turnier wieder aufleben zu lassen. Und die beiden Sportdirektoren Peter Stöger und Peter Schöttel haben ebenfalls ein hohes Verständnis für die Wiederbelebung der Tradition", sagte Rapid-Manager Werner Kuhn, dessen Verein auch das Drumherum mit den Fans im Foyer ins Konzept passt. "Da stehen die Klubs zum Angreifen zur Verfügung."
Palme meinte noch etwas unter dem Eindruck der deutschen WM-Begeisterung, "die Halle ist unsere Fan-Meile im Winter." Und er verspricht den Anhängern und Besuchern sechs konkurrenzfähige Vereine in den zwei Dreier-Gruppen, nicht nur weil Stöger und Schöttel als Aktive immer gerne auf dem Parkett gespielt haben und dafür stehen werden. "Wir haben eine Klausel eingebaut, damit 50 Prozent der im Herbst in der Liga eingesetzten Akteure auch in der Halle dabei sein müssen", sagt der 48-jährige Palme.
Neben Austria und Rapid hat der frühere ÖFB-Pressechef und Projektleiter für die EM 2004, aber potenzielle Teilnehmer im Auge. Er nannte Cupsieger SV Matterburg, eine Auswahl der Red-Zac-Liga und brachte auch seinen guten Draht zu WM-OK-Chef Franz Beckenbauer ins Spiel. Dieser wiederum hat ja in den Reihen von Bayern München und Red Bull Salzburg nicht gerade wenig zu sagen.
Der "Kaiser" sagte vorerst zum nächsten Palme-Projekt nur Gutes. "Das Turnier kennt man seit Jahrzehnten über die rot-weiß-roten Grenzen hinaus, es gehört zum österreichischen Fußball wie die Weißwurst zu München. Wenn ich Zeit habe, komme ich gerne an einem Tag nach Wien, schließlich ist mein WM-Weggefährte Heinz als Organisator eine fixe Größe", ließ Beckenbauer, der in der Stadthalle 1971 mit dem FC Bayern Turniersieger war, ausrichten.
Natürlich freuen sich auch heimische Ex-Größen auf das Hallen-Comeback. "Das Wichtigste ist die Tradition, die bedeutet mir sehr viel. Dieses Turnier ist ein Fixpunkt, egal wie viele Leute im Jahr in den Stadion waren. Die Stadthalle war immer gut besucht und es gab stets eine Traumstimmung", erinnert sich Herbert Prohaska, der zehnmalige "Hallenkönig", und sein Freund Toni "Doppelpack" Polster fügte hinzu: "Super für die Fans, dass es wieder Hallenfußball gibt."
(apa/red)
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