'Kann unheimlich viel lernen': 'Rohdiamant'
Vonlanthen will mit Salzburg durchstarten
- Duo 'Trap' & Matthäus gaben Transfer-Entscheidung
- Könnte Teamkapitän Ivanschitz aus Elf verdrängen
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Er ist der jüngste EM-Torschütze der Geschichte. Zwei Jahre nach dem Turnier in Portugal, bei dem der Schweizer am 21. Juni 2004 mit seinem Tor im Spiel gegen Frankreich (1:3) in die EM-Historie einging, hat Johan Vonlanthen eine neuer Herausforderung gesucht. Der 20-jährige Offensivspieler fand sie bei Red Bull Salzburg, will dort unter Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus zum absoluten Weltklasse-Spieler reifen. Das ganz große Ziel: Europameister beim Heim-Turnier 2008 in der Schweiz und Österreich.
"Die beiden Trainer haben sehr viel erreicht. Als junger Spieler kann man von ihnen unheimlich viel lernen", begründete Vonlanthen, der bereits mit 16 Jahren bei den Young Boys Bern in der ersten Schweizer Liga debütiert hatte, seine Entscheidung für Salzburg und gegen andere internationale Klubs. Bei seinen Ex-Vereinen PSV Eindhoven und NAC Breda, an den ihn der niederländische Meister verliehen hatte, war er zuletzt von Problemen geplagt. "Die Zusammenarbeit klappte einfach nicht mehr."
Könnte Ivanschitz verdrängen
In Salzburg muss sich das womöglich größte Schweizer Offensiv-Talent aufs Neue beweisen: "Es wird für keinen Spieler leicht. Jeder muss regelmäßig seine Leistung bringen, sonst wird es schwierig." Vonlanthen könnte Österreichs Teamkapitän Andreas Ivanschitz dessen Stammplatz kosten, wenngleich er mehr Stürmer als Mittelfeldspieler ist. "Der Trainer entscheidet, wo ich der Mannschaft am meisten helfen kann. Ich kann überall spielen", erklärte der in Kolumbien geborene Youngster im APA-Gespräch.
Eine Wadenverletzung hatte Vonlanthen nicht ganz ohne Kontroversen seine zweite Teilnahme an einem großen Turnier gekostet. Der Angreifer hatte sich zwar selbst fit gemeldet, die Schweizer Verbandsärzte wollten das Risiko aber nicht eingehen und rieten Teamchef Jakob "Köbi" Kuhn dazu, auf seinen Rohdiamanten zu verzichten. "Für mich war das die größte Enttäuschung, denn ich habe alles versucht, nach drei Wochen zeitgerecht zurückzukommen", erklärte Vonlanthen.
Der Doppelstaatsbürger zitterte dennoch mit seinem Team, war beim 0:0 im WM-Auftaktspiel gegen Frankreich sogar im Stadion. "Mir ist klar geworden, dass ich zu dieser Mannschaft gehöre. Ich habe mit ihr gefühlt, denn ich bin ein Teil von ihr", erklärte Vonlanthen, der sich mit dem Schweizer Erreichen des Achtelfinales gar nicht unzufrieden zeigte. "Gegen die Ukraine (0:0, out im Elfmeterschießen) hätten wir allerdings von Anfang an mehr versuchen müssen."
Für ihn seien die Erfahrungen, die er in den vergangenen Wochen durch die Verletzung zum ungünstigsten Zeitpunkt gemacht hat, extrem wichtig gewesen. "Ich bin menschlich gewachsen. Die beiden vergangenen Jahre waren hart für mich, aber auch ein Lernprozess", verriet Vonlanthen. "Darum kann ich positiv an die neue Aufgabe herangehen." Vor dem Traum vom Europameistertitel im eigenen Land gibt es nämlich noch ein Ziel: "Wir wollen in die Champions League." Dafür gilt es zuerst seine Landsleute vom FC Zürich aus dem Weg zu räumen.
(apa/red)
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