Trapattonis große Ziele: Trainer-Legende
will mit Salzburg auf die Spitze des Berges
- Europa-Traum: Keine Angst vor FC Zürich in CL-Quali
- Nur ein Österreicher in der illustren Startformation
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Red Bull hat seine Rolle als Meister der Inszenierung unterstrichen. Der Energy-Drink-Hersteller präsentierte mit gewohntem Ausmaß an Glamour seinen Salzburger Fußball-Klub, dessen Neuerwerbungen und das prominente neue Trainergespann Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus. Als Moderator der Show im Hangar 7 am Salzburger Flughafen fungierte der deutsche Star-Reporter Marcel Reiff.
Die 27 Kaderspieler von Red Bull Salzburg waren als echte "Men in Black" in schwarzen Hemden, Anzügen und Schuhen erschienen, um sich den rund 100 angereisten Journalisten zu stellen. Die Show aber stahlen ihnen Trapattoni und Matthäus. Die beiden Coaches sind die Superstars eines Starensembles, das Red-Bull-Millionen in Salzburg versammelt haben. Bis dato sind zwölf neue Spieler engagiert, "ein bis zwei weitere" könnten laut Trapattoni noch folgen.
Das Ziel ist ganz klar die Champions League. Als erste Hürde für das an vielen Positionen veränderte Team wartet bereits in zwei Wochen der FC Zürich. "Das Spiel kommt für uns nicht zu früh. Wir haben genügend routinierte Spieler in der Mannschaft", erklärte Trainer Matthäus, der auf die Führungsqualitäten von Kapitän Thomas Linke setzt. "Wir haben keine Angst, zu scheitern." Ein Ausscheiden in der zweiten Qualifikationsrunde wäre mit dem vorzeitigen Europacup-Aus gleichbedeutend.
Daran will in Salzburg vorerst niemand denken. Die Euphorie überwiegt. "Natürlich haben wir wenig Zeit, aber ich weiß, was mit dieser Mannschaft alles möglich ist. Sie hat das Potenzial, auch international erfolgreich zu sein", meinte Matthäus. Der letztverantwortliche Sportchef Trapattoni formulierte es so: "Arbeit ist langweilig, aber wichtig. Wenn die Spieler, die so stolz sind, diese Philosophie haben, können wir auf die Spitze des Berges gehen."
"Hicke" hält große Stücke auf "Trap"
Der 67-jährige Italiener hat in seiner Karriere 19 nationale Meistertitel errungen (Rekord). "Ich freue mich, dass er hier ist. Er wird in diese Mannschaft Niveau bringen, dass wir in Österreich in dieser Form noch nie gesehen haben", meinte Josef Hickersberger. Ängste, dass seine Teamspieler am großen Konkurrenzdruck in Salzburg zerbrechen, äußerte Österreichs in Salzburg eingeflogener Teamchef nicht. "Unter Trapattoni werden sie sich vor allem taktisch weiterentwickeln. Das ist für uns nur gut."
Zur Stammformation dürfte vorerst als einziger Österreicher Mittelfeldspieler Rene Aufhauser zählen. Teamkapitän Andreas Ivanschitz muss ebenso um seinen Platz kämpfen wir Sturm-Hoffnung Marc Janko. "Um die beiden mache ich mir aber keine Sorgen, die werden sich durchsetzen", meinte Hickersberger. Die Konkurrenten tragen zum Teil klingende Namen, haben bei der WM gespielt (Niko Kovac, Vratislav Lokvenc) oder sind teure Neuverpflichtungen (Johan Vonlanthen, Karel Pitak). Nicht mehr dabei sind Torhüter Alexander Manninger, Maynor Suazo, Sebastian Miranda und Pascal Grünwald, deren Verträge aufgelöst wurden.
"Die WM war ein großes Theater"
Um sich auf die österreichische Bundesliga vorzubereiten hat Trapattoni laut eigenen Angaben noch während der WM zehn DVDs studiert und die primären Gegner Rapid und Austria ausgemacht. Seine Landsleute, die er selbst von 2000 bis 2004 betreut hatte, bezeichnete Trapattoni als verdienten Weltmeister. "Die WM war ein großes Theater." Jenes um die Salzburger Kicker stand dem Turnier in Deutschland doch ein wenig nach.
(apa/red)
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