Sonntag, 16. Juli 2006

Schumacher in Magny Cours unschlagbar: Ferrari in Frankreich eine Klasse für sich!

  • Ungefährdeter Sieg vor Alonso - Massa 3., Klien 12.
  • Schumi verkürzt Rückstand in der WM auf 17 Punkte

Der Grand-Prix von Frankreich in Magny Cours und der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher gehören einfach zusammen. Der deutsche Ferrari-Star feierte am Sonntag bei Riesenhitze seinen achten Triumph auf dem "Circuit de Nevers" und schrieb damit einmal mehr Geschichte - der 37-Jährige ist der erste Formel-1-Pilot, der auf einer Grand-Prix-Strecke achtmal gewonnen hat.

Der 88-fache Grand-Prix-Triumphator siegte nach souveräner Vorstellung 10,131 Sekunden vor dem WM-Leader und Weltmeister Fernando Alonso, der Vorsprung des Renault-Spaniers in der WM-Wertung verringerte sich damit sieben Rennen vor Schluss um zwei Punkte von 19 auf 17 Zähler. In der Team-WM verkürzte Ferrari (121) den Rückstand auf Renault (142) ebenfalls. Denn Platz drei ging an den Brasilianer Felipe Massa und damit ebenfalls an Ferrari. Michaels kleiner Bruder Ralf Schumacher (Toyota) belegte Rang vier.

Red-Bull-Ferrari blieb vor 84.000 Zuschauern ohne Punkt. Der Schotte David Coulthard, der aller Voraussicht nach auch 2007 fürs Team fahren wird, wurde Neunter, der Vorarlberger Christian Klien, der sich für die kommende Saison noch weiter empfehlen muss, Zwölfter. Das zwölfte WM-Rennen 2006 findet am 30. Juli in der Schumi-Heimat Deutschland statt, auf dem Hockenheimring ist nach zwei Schumacher-Siegen in Folge eine Rieseneuphorie zu erwarten.

Ferrari, Schumacher und Massa machten mit dem vierten Saisonsieg nach Imola, Nürburgring und Indianapolis das Wochenende (fast) perfekt. Im Qualifying hatten Schumacher und Massa die erste Startreihe erobert, im Rennen gab es die Ränge 1 und 3 sowie die schnellste Rennrunde durch Schumacher. Einziger Wermutstropfen war der von Massa an Vorjahressieger Alonso - der Spanier absolvierte einen Boxenstopp weniger als der Brasilianer - verlorene zweite Platz.

Lob an Bridgestone
"Der Start war gut, danach bin ich mein Rennen gefahren. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob die Reifen halten würden. Aber Bridgestone hat einen perfekten Job gemacht", freute sich Schumacher, der nach dem Erfolg bei 35 Grad Luft- und 55 Grad Asphalt-Temperatur kämpferisch meinte: "Die Situation müssen wir nutzen, damit wir in den nächsten Rennen noch mehr Boden gut machen können. Und vielleicht können wir die Meisterschaft dann am Ende wirklich für uns entscheiden. Das ist ein tolles Ergebnis, wir sind sehr, sehr glücklich." Schumacher hatte in Magny-Cours zuvor bereits 1994, 1995, 1997, 1998, 2001, 2002 und 2004 gewonnen.

"Wir wollten Massa überholen, um den Schaden zu begrenzen", gab Teamchef Flavio Briatore nach dem Rennen zu. Und Alonso, der beim heißen Startduell mit Massa beinahe im Gras gelandet wäre, zeigte sich ebenfalls zufrieden: "Wir hatten das ganze Wochenende Probleme, dafür ist es ein gutes Ergebnis. Die Reifen sind im Laufe des Rennens immer besser geworden, das ist genau nach Plan gelaufen."

Klien kommt über Platz 12 nicht hinaus
Christian Klien startete als Zwölfter und kam auch als Zwölfter ins Ziel. Der Hohenemser hatte am Start Probleme und verlor gleich drei Plätze. "Ich habe sehr viel Drehzahl verloren, dadurch war der Start sehr schlecht. Ich muss mit den Ingenieuren analysieren, was da passiert ist", sagte Klien, der nach wie vor bei einem WM-Punkt hält und von einem "schwierigen und frustrierenden Rennen" sprach. "Die Geschwindigkeit war nicht so schnell wie erhofft."

Auch Klien und sein Bolide litten unter der großen Hitze: "Es war wirklich sehr schwierig. Nicht nur im Cockpit war es sehr heiß, auch fürs Auto und für die Reifen war es mörderisch."

(apa/red)

16.7.2006 17:00
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts