Freitag, 14. Juli 2006

Alonsos Ziel: Nach Barcelona & Silverstone will er auch Renault-Heimrennen gewinnen

  • 'Schumi' sagt Alonso Kampf an: Aufholjagd starten!
  • Renault-Boss Briatore: 'Rechne mit beiden WM-Titeln'

Der amtierende Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso geht in Magny Cours auf den "Heim"-Hattrick los. Nach seinen Siegen in Barcelona und Silverstone will der Spanier mit britischem Wohnsitz auch den Heim-Grand Prix seines französischen Renault-Teams gewinnen. Mit dem zweiten Erfolg auf dem "Circuit de Nevers" in Folge könnte der WM-Führende auch ein Jubiläum seines Rennstalls krönen: Vor 100 Jahren, am 27. Juni 1906, feierte der Ungar Ferenc Szisz östlich von Le Mans den ersten Renault-Sieg im Großen Preis von Frankreich.

Alonso daran hindern und seine Aufholjagd fortsetzten will der siebenfache Champion Michael Schumacher, der sein Parade-Rennen bereits siebenmal gewann und der erste Fahrer wäre, der auf einer Grand Prix-Strecke acht Siege feiert. "Die zweite Saisonhälfte möchten wir in eine Aufholjagd umgestalten, denn wir haben den Kampf um den WM- Titel noch lange nicht aufgegeben", erklärte der Ferrari-Pilot. Spitzenreiter Alonso lassen diese Kampfansagen aber kalt: "Wir wollen im Heimrennen zurückschlagen."

Schumacher optimistisch
Sein souveräner Sieg in Indianapolis hat Schumachers Zuversicht zusätzlich gesteigert. "19 Punkte sind machbar, daran glaube ich fest", wies er auf den in den USA um sechs Zähler reduzierten Rückstand hin. "Wir haben den unbedingten Willen zum WM-Sieg." In Tag- und Nachtschichten hat Ferrari eine rund 20 PS mehr leistende Motorausbaustufe und aerodynamische Weiterentwicklungen produziert, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufholjagd zu schaffen.

Aber auch Renault ruhte sich nicht auf den bisherigen Erfolgen aus. "In Magny Cours fahren wir mit der neuen Motorspezifikation und einigen aerodynamischen Verbesserungen", berichtete Alonso. Ingenieur Denis Chevrier geht von einer Rundenverbesserung von ein bis zwei Zehntelsekunden aus. Alonsos fünfter Platz in Indianapolis soll nicht mehr als ein Ausrutscher gewesen sein. "Ich gehe davon aus, dass wir hier gewinnen können", meinte der Spanier, der mit seinem Erfolg im Vorjahr einen Freudentaumel in blau-weiß-rot ausgelöst hatte.

Briatore: "Rechne mit beiden WM-Titeln"
Angesichts des immer noch komfortablen Vorsprungs macht sich der WM-Spitzenreiter keine großen Sorgen: "Wir müssen jetzt nicht pessimistisch sein und befürchten, dieser Vorteil könnte schnell verschwinden." Renault-Teamchef Flavio Briatore stärkte seiner Truppe den Rücken: "Ich rechne erneut mit beiden WM-Titeln. In Magny Cours haben wir auch dank der gegenüber Indianapolis anderen Reifensituation gute Siegchancen."

Rekord-Weltmeister Schumacher geht ebenfalls davon aus, dass Magny Cours kein Spiegelbild von Indianapolis sein wird. "Der Sieg in Amerika ist keine Garantie für ein gutes Ergebnis in Frankreich. Das war ein extrem ermutigendes Rennen, aber wir dürfen es nicht überbewerten", warnte der siebenfache Frankreich-Triumphator. "Der Abstand war zu groß, er stellt das Kräfteverhältnis nicht wirklich dar, er verfälscht es."

Letztes Qualifikationsdrittel auf 15 Minuten verkürzt
Übrigens, das letzte Drittel im Qualifikationstraining der Formel 1 dauert nur noch 15 statt bisher 20 Minuten. Diese Reglementsänderung gilt bereits beim Großen Preis von Frankreich am Wochenende in Magny Cours. Der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) hat diesen und weitere Vorschläge der Formel-1-Kommission per Fax-Forum akzeptiert.

Klien unzufrieden
Christian Klien hat sich nach dem ersten Trainingstag in Magny Cours sehr unzufrieden gezeigt: "Das war keine gute Session für uns, Ich glaube, wir haben die falschen Reifen. Die Balance war zu Beginn nicht schlecht, aber als die Reifen abgebaut haben, ist sie wirklich sehr schlecht geworden - wie noch nie in diesem Jahr. Hoffentlich sind wir im Qualifying besser."

(apa/red)

14.7.2006 19:24
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts