Dienstag, 11. Juli 2006

Tour de France: Die Pyrenäen als erste große Hürde für große Zahl an Favoriten

  • Zwei Etappen mit 90 km Bergauffahrt und 8 Pässen
  • Totschnig: Eng mit Teamkollegen zusammenarbeiten!

Die Pyrenäen türmen sich bei der Tour de France als erste große Hürden vor den Radprofis auf. Auf den Etappen zehn (190 km) und elf (206 km) sind 30 bzw. 61,9 km bergauf zu bewältigen. Wie das Rennen über drei bzw. fünf Pässe ohne den großen Dominator Lance Armstrong ablaufen wird, das vermögen aber nicht einmal die Fahrer selbst abzuschätzen. Der Kreis der Mitfavoriten ist so groß wie selten zuvor, nicht zuletzt wegen des Fehlens der Topstars Jan Ullrich und Ivan Basso ist Spannung garantiert.

Georg Totschnigs Aussichten, seinen siebenten Gesamtrang von 2004 zu verbessern, sind gut. Der 35-jährige Zillertaler wirkt gelöst und ist vor der ersten Kletter-Partie optimistisch. Allerdings sind nicht nur gute Beine, sondern auch taktisches Gespür gefragt. "Die erste Etappe ist noch nicht so schwer, da werden wir die Konkurrenten beobachten. Viele sind auf ähnlichem Niveau", sagte Totschnig, der 3:33 Minuten hinter dem bestplatzierten Sieganwärter, dem US-Amerikaner Floyd Landis (Team Phonak), liegt.

"Müssen zusammenarbeiten!"
Gemeinsam mit seinem Gerolsteiner Teamkollegen Levi Leipheimer (+5:17) stehen ihm mehrere taktische Varianten offen. "Wir müssen zusammenarbeiten und beide offensiv fahren", erklärte der Etappensieger des Vorjahres, den der in Ax-Trois Domaines ebenfalls in den Pyrenäen gefeierte Erfolg zusätzlich motiviert. Zuvor würde über den Tourmalet (2.115 m/zum 75. Mal im Tour-Programm) und schließlich hinauf zur Bergankunft in Pla de Beret (ESP/1.860 m) die erste große Auslese erfolgen. "Da sieht man dann, wo man wirklich steht", meinte Totschnig.

Hinter dem aktuellen Topfavoriten Landis reihen sich Andreas Klöden (GER/T-Mobile/0:50 hinter Landis), der Gesamt-Zweite von 2004, Cadel Evans (AUS/Davitamon/+0:52), Denis Mentschow (RUS/Rabobank/1:00), Carlos Sastre (ESP/CSC/1:27) und George Hincapie (USA/Discovery Channel/1:30) ein. Landis sieht sich noch nicht in der Favoritenrolle. "Erst die Bergetappen werden uns einen besseren Eindruck geben", sagte der Gewinner von Paris-Nizza.

Klöden, der Kollege des aktuellen Spitzenreiters Sergej Gontschar (UKR) bei T-Mobile, zeigte sich selbstbewusst. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Gelbe Trikot bis Paris in unserem Team halten können."

(apa/red)

11.7.2006 14:51