Dopingfall Springreiter Frühmann: Urteil erst im Herbst - Bis dahin startberechtigt
- Neuland für Verband: Bisher nur Pferde in Verdacht
- Österreicher hatte Blutdruck-Mittel nicht gemeldet
Die Anhörung des österreichischen Springreiters Thomas Frühmann durch den Internationalen Reiterverband (FEI) zu den Doping-Vorwürfen gegen ihn brachte kein Urteil. Nach über drei Stunden Anhörung wurde das Verfahren geschlossen, eine Urteilsverkündung auf Grund des komplexen Falles aber erst für Mitte September avisiert. Frühmann ist aber weiterhin in allen Bewerben startberechtigt.
Der Wiener ist der erste Reiter, der auf Grund eines Dopingverdachtes vor die FEI geladen wurde. "Alles verlief durchaus positiv, der internationale Reitverband betritt mit diesem Fall aber Neuland. Bisher gab es nur Verfahren, bei denen Pferde gedopt waren. Deshalb dauert die Urteilsverkündung auch bis Mitte September", so Frühmanns Anwalt, Christian Flick.
Die Bandbreite des möglichen Urteils ist sehr groß. "Von einer Verwarnung bis zu einer Sperre ist alles möglich", so Flick. Der Anti -Doping-Ausschuss des FEI befasst sich nun mit dem Fall.
Dem 55-jährigen Frühmann wurde bei einer Routine-Kontrolle im vergangenen Dezember in London, wo er Weltcup-Dritter geworden war, das Diuretikum Hydrochlorothiazide nachgewiesen. Der unter Bluthochdruck leidende Frühmann hatte erklärt, ihm sei das Medikament schon vor über zehn Jahren verschrieben worden, er habe es 2005 jedoch nicht gemeldet. (APA/red)
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