Mittwoch, 12. Juli 2006

"Bin jetzt ziemlich müde": Chinese Liu unterbietet 110-m-Hürden-Weltrekord

  • In Lausanne damit 2 Jahre alte Bestmarke gebrochen
  • 100-m-Hürden: Scott blieb hinter Erwartungen zurück

Olympiasieger Liu Xiang hat beim Super-Grand-Prix der Leichtathleten in Lausanne in 12,88 Sekunden einen Weltrekord über 110 Meter Hürden aufgestellt. Zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag blieb der Chinese damit 3/100 Sekunden unter der bisherigen Höchstmarke, die er sich mit dem Briten Colin Jackson teilte. Auch der Amerikaner Dominique Arnold hatte in 12,90 Sekunden als Zweiter die alte Weltrekordzeit gerade noch unterboten.

Jubelnd drehte der Liu Xiang vor den rund 15.000 Zuschauer des Traditionsmeetings "Athletissima" eine Ehrenrunde und hüpfte wie ein Gummiball über die Tartanbahn. "Ich bin sehr glücklich", jubelte der Chinese und schwenkte die Nationalflagge. Minutenlang ließ sich der Chinese dann feiern, gab schon in der Arena erste Interviews und verriet: "An das hätte ich nie gedacht, jetzt bin ich ziemlich müde." Strahlend, aber geschafft saß der neue Hürden-Held sogar auf der Anzeigetafel mit der Traumzeit, die künftig das Maß aller Dinge im Hürdensprint sein wird.

Liu Xiang hatte seinen alten Weltrekord bei seinem Olympiasieg am 27. August 2004 in Athen aufgestellt, Jackson war bereits vor 13 Jahren in Stuttgart 12,91 Sekunden gelaufen.

Scott blieb unter Erwartungen
Für Jahresweltbestzeiten hatten zuvor Weltmeisterin Michelle Perry (USA) über 100 Meter Hürden in 12,43 Sekunden und Janeth Jepkosgei aus Kenia in einem flotten 800-m-Rennen (1:56,66 Minuten) gesorgt. Nach der Absage der beiden 100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) und Justin Gatlin (USA) war der Weg für Leonard Scott frei: Nach einem Fehlstart konnte aber auch der siegreiche Amerikaner in schwachen 10,05 die Zehn-Sekunden-Marke nicht unterbieten. (APA/red)

12.7.2006 08:53