Freitag, 14. Juli 2006

Dringlichkeitssitzung im Sicherheitsrat: Gremium fordert keinen Waffenstillstand

  • Entsendung von Vermittlern durch Annan begrüßt
  • Libanon warf Israel "barbarische Aggression" vor

.Der Weltsicherheitsrat hat seine Dringlichkeitssitzung zur israelischen Offensive im Libanon ohne die Forderung eines Waffenstillstand beendet. In einer von der amtierenden französischen Ratspräsidentschaft verlesenen Erklärung begrüßte das Gremium lediglich die Entsendung eines UNO-Vermittlerteams durch UNO-Generalsekretär Kofi Annan.

Der Sicherheitsrat fordere "alle Staaten und alle betroffenen Parteien auf, mit diesem Team in vollem Umfang zusammenzuarbeiten", erklärte der französische UNO-Botschafter Jean-Marc de La Sabliere. Der Sicherheitsrat erwarte den Bericht der Vermittler "sobald wie möglich", hieß es in der Erklärung weiter.

Beirut hatte bei der Dringlichkeitssitzung die israelischen Luftangriffe auf den Libanon als "barbarische Aggression" bezeichnet. Der Weltsicherheitsrat müsse einschreiten und einen Waffenstillstand herbeiführen, forderte der libanesische UNO-Gesandte Nouhad Mahmoud. "Was Israel unternimmt, ist ein Akt der Aggression und Verwüstung, der darauf abzielt, den Libanon in die Knie zu zwingen", erklärte Mahmoud. Der Sicherheitsrat müsse auch die israelische Seeblockade gegen sein Land beenden, forderte der UNO-Botschafter.

Der israelische UNO-Botschafter Dan Gillerman entgegnete, Israel habe keine andere Wahl gehabt, als auf die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die libanesische Hisbollah und die Raketenangriffe der Miliz zu reagieren. "Israels Handlungen waren eine Reaktion auf einen kriegerischen Akt des Libanons", sagte Gillerman. (apa)

14.7.2006 20:50