Blair zu Krise im Nahen Osten: Entwicklung ist "absolut tragisch" für alle Betroffenen
- Premier: Rückkehr zu Verhandlungen unumgänglich
- Steinmeier: "Nicht viel Hoffnung" auf rasche Lösung
Der britische Premierminister Tony Blair hat die derzeitige Entwicklung im Nahen Osten als "absolut tragisch" für alle betroffenen Menschen bezeichnet. Blair erklärte, dass er Israels Verlangen nach Selbstverteidigung vollkommen verstehen könne. Er sehe aber auch die Notlage des Libanon und besonders der vielen Palästinenser, die nun leiden würden."Die einzige Lösung besteht darin, dass die internationale Gemeinschaft die moderaten Kräfte auf beiden Seiten zu einer Verständigung befähigt", unterstrich der Premier.
Dazu seien "Energie und Engagement" und die Rückkehr zu Verhandlungen auf der Basis des internationalen Nahost-Friedenfahrplans (Roadmap) mit dem Ziel einer Zweistaatenlösung für Israelis und Palästinenser erforderlich. "Das Wichtigste ist jetzt, dass die Mission der Vereinten Nationen unterstützt wird, die darauf zielt, die Lage zu entspannen", sagte Blair.
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezweifelt, dass sich die jüngste Krise in Nahost rasch entschärfen lässt. Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk, wenn der Dialog wieder in Gang kommen solle, müssten zuerst die israelischen Geiseln freigelassen werden. Dies habe er bei seinen Gesprächen mit Vertretern der Anrainerstaaten Israels, besonders Syrien, deutlich gemacht. Er sehe allerdings im Moment "nicht viel Hoffnung". In Syrien befindet sich die Auslandszentrale der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, die die Palästinenser-Regierung stellt.
(apa/red)
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