Taifun über Süd-Ost-Asien: Über 100 Tote, enorme Schäden durch Überschwemmung
- Opfer in China, Südkorea und Philippinen zu beklagen
Ein Taifun und schwere Unwetter haben in Ostasien wahrscheinlich weit über 100 Menschen das Leben gekostet. Mindestens 84 Menschen wurden in China durch den Taifun "Bilis" getötet, 28 auf den Philippinen. Zwölf starben in Südkorea bei Überflutungen und Erdrutschen.
Wie staatliche chinesische Medien am Sonntag berichteten, kamen allein in der Provinz Hunan 74 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden noch vermisst. Die Zahl der Verletzten wurde mit 349 angegeben. Etwa 50.000 Menschen seien durch die vom Sturm verursachten Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten. Fast 32.000 Häuser und nahezu 37.000 Hektar Ackerflächen wurden zerstört. Behörden sprachen von der schlimmsten Flut seit 100 Jahren, die es entlang des Flusses Xiangjiang in Hunan gegeben hat.
In der Provinz Guangdong starben durch den Taifun, der am Freitag China erreicht hatte, zehn Menschen. 13 weitere wurden am Sonntag noch vermisst. Fast 7.000 mussten in Sicherheit gebracht werden, rund 12.000 Menschen waren durch die Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten. In der Stadt Lechang stand das Wasser teilweise drei Meter hoch. 1.663 Häftlinge mussten aus dem Gefängnis zu einem höher gelegenen Ort gebracht werden. Das Wasser hatte außerdem die Haupteisenbahnstrecke von Guangzhou, der Hauptstadt von Guangdong, nach Peking überflutet. Tausende Passagiere saßen auf Bahnhöfen fest.
"Bilis" war am Freitag in den südöstlichen Provinzen Fujian and Zhejiang auf chinesisches Festland getroffen. Mehr als 2,4 Millionen Menschen mussten sich vor dem Sturm in Sicherheit bringen. Der Sachschaden wird auf umgerechnet 113 Millionen Euro geschätzt.
Zuvor hatte der Tropensturm im Norden der Philippinen und in der Hauptstadt Manila gewütet. Dort stieg die Zahl der Todesopfer bis Samstag auf mindestens 28. Rettungsmannschaften suchten noch nach neun Vermissten, teilte der nationale Katastrophenstab mit. Es sei zu befürchten, dass sie von den Fluten mitgerissen wurden oder unter Schlammlawinen begraben seien. 20 Menschen wurden verletzt.
Die meisten Opfer waren den Angaben zufolge Kinder, die in den Fluten ertranken oder unter Schlamm- und Gerölllawinen begraben wurden. Andere wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Etwa 2.500 Häuser sind durch den Sturm teilweise oder ganz zerstört worden. Mindestens 51.000 Menschen waren von dem Tropensturm betroffen.
Bei Überflutungen und Erdrutschen in Südkorea sind am Wochenende mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach tagelangen heftigen Regenfällen galten 21 Menschen in den am schwersten betroffenen Gebieten im Mittelteil und nordöstlichen Teil des Landes als vermisst, teilte das nationale Katastrophenschutzamt in Seoul am Sonntag mit. Mehr als 1.000 Häuser, zahlreiche Straßen und Felder wurden überschwemmt. Mehr als 2.000 Menschen mussten in der Provinz Gangwon in Sicherheit gebracht werden.
(apa)
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