"Elemente auf anderer Seite der Grenze": Singh sieht Mitschuld für Terror bei Pakistan
- Indiens Premier ortet Gefahr für Friedensprozess
- Spekulationen über Täter und Drahtzieher entbrannt
·BILDER: Explosionen in Zügen in Bombay
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·Grafik: Explosionen erschüttern Bombay
Hier gingen die insgesamt
sieben Bomben hoch
·Stichwort Bombay: Größte Stadt Indiens
Wurde in den 90er Jahren
in Mumbai umbenannt
·Immer wieder Zug- Anschläge in Bombay
Bereits drei Attentate auf Bahn der Finanzmetropole
·Terroranschläge nach dem 11. 9. 2001
KLICKEN: Hier schlugen die Terroristen seither zu

Der indische Premierminister Manmohan Singh hat Pakistan indirekt für die Anschläge in Bombay (Mumbai) mitverantwortlich gemacht. Bei einem Besuch in der westindischen Finanzmetropole, in der bei einer Anschlagsserie 179 Menschen getötet und fast 800 verletzt worden waren, sagt Singh, die Anschläge hätten ohne die Unterstützung von "Elementen auf der anderen Seite der Grenze" nicht verübt werden können. Bevor der Friedensprozess zwischen beiden Staaten fortgeführt werden könne, müsse Islamabad die terroristischen Aktivitäten unterbinden, die von seinem Territorium ausgingen.
Ohne eine solche Mithilfe hätten "die Terroristen nicht so hart zuschlagen können", sagte Singh. Er habe der Regierung Pakistans "erklärt, dass es sehr schwierig ist, eine Normalisierung der Beziehungen und einen Friedensprozess fortzusetzen, wenn solche Akte des Terrorismus nicht eingedämmt werden", fügte er hinzu. Es waren die bisher schärfsten Worte des Regierungschefs an die Adresse von Pakistan und sie deuteten an, dass die Anschlagsserie auf den Nahverkehr von Bombay das Verhältnis beider Staaten nachhaltig belasten könnte. Für kommende Woche waren weitere Verhandlungen in Neu-Delhi über eine Annäherung geplant. Jetzt aber seien diese "unwahrscheinlich" geworden, meldete die Nachrichtenagentur PTI am Freitag.
Die Polizei in Bombay hatte den Verdacht geäußert, die islamisch-fundamentalistische Gruppierung Lashkar-e-Taiba (Armee der Reinen), die in Pakistan und auch im indischen Teil Kaschmirs aktiv ist, stecke hinter den Anschlägen. Islamistische Gruppierungen aus Pakistan stehen auch im Verdacht, für Anschläge in Benares im März und in Neu Delhi im Oktober verantwortlich zu sein, bei denen insgesamt 89 Menschen getötet wurden.
Die Polizei fahndet inzwischen nach drei Personen. Die Fotos von zwei Männern wurden veröffentlicht, Sayyad Zabiuddin und Zulfegar Fayyaz. Allerdings wurde weder die Nationalität der beiden noch das Alter der Fotos bekannt. Der Polizeichef von Bombay, A. N. Roy, sagte, der dritte Verdächtige heiße Rahil. Die beiden Erstgenannten sind nach seinen Angaben seit Mai auf der Flucht, als bei einer Razzia drei mutmaßliche moslemische Extremisten verhaftet sowie Waffen, Munition und Sprengstoff sicher gestellt wurden. Damals hieß es in Medienberichten, die Verhafteten seien Mitglieder von Lashkar-e-Taiba.
Geheimdienst beschuldigt
In indischen Zeitungen wurde unterdessen konkret der pakistanische Geheimdienst beschuldigt, in die Attentate verwickelt zu sein. Die koordinierte Bombenserie trage "alle Markenzeichen des ISI", berichtete das renommierte Blatt "Hindustan Times" unter Berufung auf indische Geheimdienstkreise. Der "Indian Express" schrieb, der nationale Sicherheitsberater M. K. Narayanan habe "mit dem Finger auf Pakistan gezeigt". Pakistan wies die Darstellung zurück: "Das ist unbegründet", sagte Außenamtssprecher Tasnim Aslam.
Die jüngsten Erkenntnisse der Ermittler sprächen eher für die Täterschaft eine kleinen, regionalen Gruppierung, meldete wiederum PTI. Für die acht Bomben, die in Zügen und an Bahnhöfen explodiert waren, sei einfacher Industriesprengstoff wie Dynamit oder Ammoniumnitrat verwendet worden. Die Verwendung dieser eher simplen Stoffe deute nicht auf die verdächtigte kaschmirische Untergrundorganisation Lashkar-e-Taiba hin. Diese habe in der Vergangenheit einen komplexeren Sprengstoff verwendet. (apa/red)
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