Donnerstag, 13. Juli 2006

Proteste organisiert: Fünfeinhalb Jahre Haft für weißrussischen Oppositionsführer

  • Kosulin nur Tage nach der Wahl bei Demo verhaftet
  • Verteidiger: Kosulin Opfer eines politischen Prozesses

Der weißrussische Oppositionspolitiker Alexander Kosulin ist zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Kosulin wurde die Organisation einer nicht genehmigten Protestkundgebung gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl im März vorgeworfen, wie sein Anwalt Igor Rynkewitsch mitteilte. Kosulin war bei der Wahl gegen Amtsinhaber Alexander Lukaschenko angetreten, der nach offiziellen Angaben mit 83 Prozent der Stimmen gewann.

Kosulin wurde schon wenige Tage später bei einem Protestmarsch verhaftet. Die EU hat den Verlauf der Wahl und die Niederschlagung der anschließenden Proteste scharf kritisiert und die Freilassung Kosulins verlangt.

Der Gegner des autoritären Präsidenten Lukaschenko habe unter anderem zum Sturm auf ein Minsker Gefängnis mit dem Ziel der Gefangenenbefreiung aufgerufen, begründete die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer. Kosulins Verteidiger forderte einen Freispruch Kosulins, der Opfer eines politischen Prozesses sei. (apa/red)

13.7.2006 19:45