Überraschungsbesuch: Verteidigungs-minister Rumsfeld im Irak eingetroffen
- Lob für Entwicklung: "Jedes Mal sehe ich Fortschritte"
- Bagdad: Selbstmordattentäter sprengt sich in die Luft
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat bei einem unangekündigten Besuch im Irak die Entwicklungen im Land gelobt. "Jedes Mal, wenn ich im Irak bin, sehe ich Fortschritte", sagte er im Gespräch mit US-Soldaten.
Kurz nach Rumsfelds Ankunft auf einem Militärflughafen nördlich von Bagdad sprengte sich in der Hauptstadt ein Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei wurden nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Es wurde erwartet, dass Rumsfeld mit der neuen irakischen Regierung über die Verbesserung der Sicherheit und die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte spricht.
Es ist der 13. Besuch von Rumsfeld im Irak seit seinem Amtsantritt als Verteidigungsminister. In den vergangenen Tagen sind bei zahlreichen Anschlägen im Irak mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Der Fall einer 15 Jahre alten Irakerin, die vermutlich von US-Soldaten vergewaltigt und ermordet wurde, hat in den Augen vieler Iraker den Ruf der USA weiter geschädigt. Vier US-Soldaten und ein aus der Armee entlassener Soldat müssen sich wegen des Vorfalls vor Gericht verantworten.
Irakerinnen fordern direkte Bestrafung von US-Kriegsverbrechern
Donald Rumsfeld ist bei seinem Besuch mit Forderungen zur Bestrafung von US-Kriegsverbrechern durch irakische Gerichte konfrontiert worden. Rund 150 Politikerinnen und Menschenrechtlerinnen unterzeichneten einen Aufruf, die "Immunität der Besatzungstruppen sofort zu beenden".
Sie bezogen sich auf den Fall eines 21-jährigen US-Soldaten, der am 12. März eine irakische Jugendliche vergewaltigt und anschließend ebenso wie drei Mitglieder ihrer Familie umgebracht haben soll. Rumsfeld wies die Forderung zurück. Es gebe "ein Abkommen, dass unsere Soldaten von unseren Leuten verfolgt werden", sagte der US-Verteidigungsminister.
Der 21-jährige US-Soldat müsse im Irak als "Kriegsverbrecher" angeklagt werden, forderten die 150 Irakerinnen. Sämtliche Verbrechen seit dem Beginn des US-Einmarsches im März 2003 müssten auch rückwirkend vor irakischen Gerichten aufgearbeitet werden können. Die Unterzeichnerinnen des Appells wiesen darauf hin, dass der 21-Jährige in einem inzwischen in den USA angelaufenen Prozess seine Schuld bestritten habe und dass seine Anwälte psychologische Probleme ins Feld geführt hätten.
(apa/red)
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