Dienstag, 11. Juli 2006

Iranischer Staatspräsident lässt wieder aufhorchen: Ahmadinejad droht Westen

  • Forderung nach Ende der Unterstützung für Israel

Der iranische Staatspräsident Ahmadinejad lässt wieder einmal mit einem verbalen Rundumschlag aufhorchen. Er forderte am Dienstag in einer TV-Ansprache ein Ende der westlichen Unterstützung für Israel. "Andernfalls wird die Wut der islamischen Welt auch den Westen treffen."

Angesichts der israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen warnte Ahmadinejad erneut, das Vorgehen Israels werde zur einer "großen Explosion und einer Welle der Wut in der islamischen Welt" führen. Diese Welle werde sich zu einem Flächenbrand ausweiten, der auch jene Länder erfassen werde, die Israel unterstützten.

Im Februar hatte Ahmadinejad erklärt, die Palästinenser würden eines Tages "mit Hilfe anderer Nationen den Staat Israel beseitigen". Wiederholt hatte er den Holocaust als "Märchen" und "Mythos" bezeichnet und gefordert, Israel "von der Landkarte zu tilgen". Die Europäer hätten inmitten der islamischen Welt einen jüdischen Staat als "Fremdkörper" errichtet.

Deutscher Innenminister nennt Ahmadinejad Schande für Iran
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble hat Ahmadinejad als Schande für dessen Land bezeichnet. Wenn Ahmadinejad nicht den Schutz der Immunität als Staatsoberhaupt genösse, würde er bei einem möglichen Besuch in Deutschland verhaftet, sagte der CDU-Politiker am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Er sage Dinge, die in Deutschland nicht nur politisch unerträglich, sondern auch unter Strafe gestellt seien.

"Ich vermisse nichts, wenn der iranische Präsident nicht nach Deutschland kommt", betonte Schäuble. Dennoch freue er sich, dass die iranische Fußballmannschaft bei der WM in Deutschland herzlich empfangen worden sei. Somit habe diese wie alle anderen Mannschaften das Gefühl gehabt, zu Gast bei Freunden zu sein. Er hoffe jedoch, dass der Iran bald überzeugt werden könne, "dass es eine Schande für dieses wunderbare Land ist, einen solchen Staatspräsidenten zu haben".
(apa)

11.7.2006 18:13