Donnerstag, 13. Juli 2006

Entlassung mit Folgen: Ex-ÖGB-Präsident Verzetnitsch klagt gegen seinen Rauswurf

  • Erster Verhandlungstermin vermutlich im Herbst '06
  • Experten gehen von lang andauernden Prozess aus

Der ehemalige ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch will die von seinem Nachfolger Rudolf Hundstorfer ausgesprichene Entlassung mit einer Klage bekämpfen. Diese wurde bereits eingebracht, Prozesstermin gibt es aber noch keinen, wie Christoph Schuhmertl, Pressesprecher im Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG) mitteilte.

Experten gehen davon aus, dass der erste Verhandlungstag in dieser vermutlich langwierigen arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung im kommenden Herbst stattfinden wird. Zum Umfang und näheren Inhalt der Klage erteilte Schuhmertl unter Hinweis auf seine Verschwiegenheitspflicht keine Auskunft. Verzetnitschs Rechtsbeistand, der auf Arbeitsrecht spezialisierte Wiener Anwalt Georg Schima, war vorerst nicht erreichbar.

Der Gewerkschaftsbund hatte per 30. April das Arbeitsverhältnis mit Verzetnitsch beendet. Dafür ausschlaggebend dürfte seine geheime Vorgangsweise bei den umstrittenen BAWAG-Geschäften gewesen sein. Verzetnitschs Klage kommt nicht überraschend, der Zeitpunkt allerdings unerwartet: Zuletzt war davon ausgegangen worden, der frühere ÖGB-Chef, gegen den die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Untreue ermittelt, werde vor dem Beschreiten der arbeitsrechtlichen Front die Klärung der im Raum stehenden strafrechtlichen Vorwürfe abwarten. (apa/red)

13.7.2006 22:26