Mittwoch, 12. Juli 2006

50 Interessenten für Verkauf der BAWAG: Deal ist sogar noch noch vor Wahl denkbar

  • Austro-Konsortium mit Helmut Draxler im Gespräch
  • Zerschlagungsszenarien werden nicht mehr gewälzt

Das so genannte Informations-Memorandum der BAWAG für den Verkauf der Bank wird an 50 Interessenten verschickt. Neben bisher bekannten Interessenten aus Österreich und dem Ausland finden sich auch neue Namen: So ein Austro-Konsortium unter (unbestätigter) Koordination des scheidenden RHI-Chefs Helmut Draxler. Auch Intesa und Generali sollen mittlerweile ein Konsortium gebildet haben. Der ÖGB macht indessen Dampf beim Verkauf.

Unter Berufung auf Gewerkschaftskreise heißt es im "Kurier" (Donnerstagausgabe), dass man sogar einen Verkauf noch vor der Wahl anpeile. Für den ÖGB wäre das günstig, so der "Kurier", in Bankenkreisen wird das als Wunschdenken abgetan. Ein Käuferkonsortium müsste zuerst die US-Gläubiger "auskaufen", die laut Vergleich Anspruch auf einen Mehrerlös aus dem BAWAG-Verkauf haben, was rund 150 Mio. Dollar kosten könnte.

Zerschlagungsszenarien wurden zuletzt nicht mehr gewälzt. Gegenüber der APA war am Mittwoch davon die Rede, dass sich die große Konkurrenz akute Hoffnungen auf den Staatszahlungsverkehr macht, der mit der Postsparkasse in die BAWAG P.S.K. gekommen war und der nach dem Verkauf neu vergeben werden dürfte. Dem Vernehmen nach seien Verhandlungen dazu bereits ziemlich weit. Da gebe es zumindest eine große rein österreichische Bankengruppe, die sich dafür besonders interessiert, heißt es in informierten Kreisen.
(apa/red)

12.7.2006 19:59