Sonntag, 16. Juli 2006

Neue Horror-Droge in Österreich: "Liquid
Ecstasy" macht willenlos, stürzt ins Koma

  • NEWS: Kaum zu schmecken, aber schlimme Folgen
  • "Vergewaltigungsdroge" wird im Internet verkauft

Man riecht es nicht, man schmeckt es kaum, aber die Wirkung ist verheerend: "Liquid Ecstasy", die neue Horror-Droge, hat seinen Weg nach Österreich gefunden. Wird das Teufelsgemisch zu hoch dosiert oder mit Alkohol gemischt, drohen Blackout und Koma. In den USA wird GHB als Vergewaltigungsdroge bezeichnet.

Als Gina aufwacht, ist sie splitterfasernackt. Das junge Mädchen liegt erschöpft auf einer schmuddeligen Matratze in einem kleinen, abgedunkelten Raum, neben ihr ein widerlicher Typ, der gerade dabei ist, sich anzuziehen. In ihrem Kopf hämmert und dröhnt es, in ihrem Mund spürt sie einen bitteren Geschmack. Der Typ streift sich sein T-Shirt über. Er riecht nach Schnaps, Schweiß und Sex.

Sex? Gina kann sich an nichts erinnern. Weder weiß sie, wer der Mann ist, noch wie sie in dessen Wohnung gelangte. Das Letzte, woran sie sich erinnert, ist der Abend in der Disco: das Tanzen, die Drinks und plötzlich - aus! Amnesie! Nur noch Nebel! Und nun ist es fünf Uhr früh. Vier Stunden sind vergangen. Gina könnte bereits tot sein.

"Immer wieder tauchen Frauen bei uns auf und berichten von derartigen Erlebnissen", sagt Gabriele Fischer. Die klinische Psychologin leitet die Drogenambulanz am Wiener AKH und nennt den Namen des teuflischen Gemischs, das für das Blackout und all seine Folgen verantwortlich ist: Gamma-Hydroxy-Butyrat, kurz GHB oder auch "Liquid Ecstasy" genannt. "In geringer Dosierung", erklärt Fischer, "handelt es sich um eine enthemmende Substanz, doch in größeren Mengen und in Verbindung mit Alkohol legt es vorübergehend das Bewusstsein völlig lahm."

Die Vergewaltigungsdroge. Nicht umsonst wird GHB in den USA deshalb als "date rape drug", also als Vergewaltigungsdroge, bezeichnet, die Unwissenden ins Getränk geschüttet wird. Es riecht nicht, ist von Wasser kaum zu unterscheiden und selbst der leicht salzige Geschmack verschwindet, wenn es in süßen Cocktails landet. Bei Gina dürfte alles blitzschnell gegangen sein. Ein Schluck, ein zweiter: Dann trat ein Gefühl der Ruhe und Entspannung ein, Hemmungen und Ängste verschwanden, sexuelle Erregung ersetzte sie. Und binnen Minuten mutierte das muntere Mädchen zu einem willenlosen Geschöpf, das alles mit sich machen ließ.

Darauf zurückzuführende Vergewaltigungen, an die sich die Opfer nicht erinnern können, werden wöchentlich zu Hunderten aus den USA gemeldet. Auch in Deutschland wurde das als Narkosemittel entwickelte GHB bereits in großen Mengen sichergestellt - und nun hat es seinen Weg nach Österreich gefunden! Die Polizei berichtet von ersten Aufgriffen, doch fällt es ihr noch schwer, die Dimension des Problems abzuschätzen. "Es ist aber klar, dass diese gefährliche Droge auch in Österreich verstärkt auftreten wird", befürchtet der Suchtforscher Reinhard Haller, der die Vorarlberger Suchtklinik Maria Ebene leitet.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

16.7.2006 10:33