Eigene Schulklassen für Zuwandererkinder: Andere Parteien lehnen Vorstoß der ÖVP ab
- FP, BZÖ: Wahlkampfgetöse, SP gegen Ghetto-Klassen
·ÖVP: Eigene Klassen für Migrantenkinder
Für "Quereinsteiger" ohne
gute Deutschkenntnisse
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Keine Zustimmung in den anderen Parteien findet der Vorschlag von VP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek, Zuwandererkinder ohne genügende Deutschkenntnisse für ein Jahr als außerordentliche Schüler in eigenen Ausländerklassen zusammenzufassen. Für die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) kommen "Ghetto-Klassen" nicht in Frage, die FPÖ hält Brineks Vorstoß für "zum Scheitern verurteilt", das BZÖ vermutet dahinter "reines Wahlkampfgeplänkel".
Erfolgreiche Schulsysteme wie etwa das finnische oder kanadische würden auf zwei Faktoren setzen, so Brandsteidl. Einerseits würden Kinder mit mangelnden Kenntnissen der Unterrichtssprache zum Teil durchaus in Extragruppen parallel zum "normalen" Unterricht Sprachförderung erhalten. Die überwiegende Mehrzahl der Stunden würde aber gemeinsam mit den anderen Kindern im Klassenverbund verbracht. Für SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser sind Brineks Vorschläge "unausgegoren". Die ÖVP habe zehn Jahre lang "jede Gelegenheit gehabt, vernünftige Integrationsmaßnahmen in den Schulen zu setzen."
Inhaltlich am ehesten anfreunden konnte sich die FPÖ mit dem Vorschlag. Auch sie tritt für eigene Deutsch-Kurse für bereits ältere Zuwanderer-Kinder mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen ein, bevor sie am Regel-Unterricht teilnehmen können. Allerdings dürften diese nicht ohne Noten abschließen, so Vizebundesparteiobmann Norbert Hofer. Ansonsten hält er den VP-Vorstoß für eher wahlkampfbezogen: "Die ÖVP stellt schon viel zu lange den Unterrichtsminister, um sich als 'last minute troubleshooter' profilieren zu können". Ähnlich sieht dies BZÖ-Bildungssprecherin Mares Rossmann, die von "reinem Wahlkampfgeplänkel" spricht. Sowohl FPÖ als auch BZÖ wollen den Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in den Schulklassen auf 30 Prozent begrenzen.
Gegen eine strikte Trennung von zugewanderten Schülern sprechen sich die Grünen aus. "Es macht keinen Sinn, wenn jeder Austausch zwischen österreichischen und zugewanderten Kindern gerade in der ersten Phase verhindert wird", betonte Bildungssprecher Dieter Brosz, Der Landesverband Wien der Elternvereine an den öffentlichen Pflichtschulen bezeichnete die Forderung nach einer Einrichtung von eigenen Ausländer-Klassen als "Wahlkampf am Rücken unserer Kinder".
(APA/red)
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