ÖVP-Vorstoß in Kärnten: Diskussionen um Lkw-Urlaubsüberholverbot auf Autobahnen!
- SPÖ-Zustimmung - BZÖ-Landesrat bleibt skeptisch
- Wirtschaftskammer bringt Gegenargumente ins Spiel
Diskussionen um ein Lkw-Überholverbot auf Autobahnen zur Hauptreisezeit gab es zum Ferienbeginn in Kärnten. "Lkw haben während des stärksten Verkehrsaufkommens auf der Überholspur nichts verloren", meinte ÖVP-Landesparteichef Josef Martinz und erntete mit seinem Slogan "Mehr Sicherheit durch besseren Verkehrsfluss" Zustimmung bei der SPÖ. Wenig davon hält hingegen die Wirtschaftskammer, auch das BZÖ gibt sich eher skeptisch.
Der Fachgruppenobmann der Kärntner Transporteure, Hannes Leopold, nannte den ÖVP-Vorstoß "völlig überflüssig". Ein Lkw-Überholverbot bringe nämlich weder einen verbesserten Verkehrsfluss noch mehr Sicherheit. Im Übrigen zählten die Lkw zu den sichersten Verkehrsmitteln. Leopold: "Die gesamte Güterbeförderungsbranche leistet einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Bevölkerung und soll in ihrer Tätigkeit nicht zusätzlich und unnötig behindert werden."
Martinz meinte hingegen, Lkw sollten sich keine Wettrennen auf den Straßen liefern und auf waghalsige Überholmanöver verzichten." Dem schloss sich SPÖ-Verkehrssprecher Abg. Rudolf Schober an: "Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, die Sicherheit im Verkehr zu steigern, ist als positiv zu bewerten." Allerdings wäre ein Lkw-Überholverbot ohne entsprechende Kontrollen ein lahmer Papiertiger. Schober: "Es gibt schon zu viele Verbote, die mangels Kontrollen nicht eingehalten werden."
Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler (B) kritisierte hingegen, dass im Zusammenhang mit Verkehrssicherheit "dauernd auf die Lkw-Fahrer und Transporteure hingehauen wird". Die aktuelle Unfallbilanz zeige, dass die Lkw sicherer unterwegs seien als Motorradfahrer und Pkw. Allerdings habe er schon eine Expertengruppe mit Vertretern von ÖAMTC, ARBÖ und Kuratorium für Verkehrssicherheit ersucht, Lösungen vorzuschlagen", sagte Dörfler zum ÖVP-Vorstoß.
Wirtschaftskammerfunktionär Leopold wartete mit einem plakativen Beispiel auf, um die ÖVP-Forderung ad absurdum zu führen: "Wenn ein Lkw von der Pack bis nach Thörl-Maglern keinen langsamen Lkw oder ein Wohnwagengespann überholen darf, bildet sich auf der ersten Fahrspur eine kilometerlange Kolonne. Wenn dann ein Pkw langsam überholt, ist der Stau perfekt; auch wird die Konzentration des Lenkers durch die Monotonie des Hinterherfahrens leiden. Im Übrigen würden die Emissionen der Lkw größer, wenn sie gezwungen seien, hinter langsamen Fahrzeugen herzufahren und der Motor nicht im optimalen Wirkungsbereich arbeiten könne, gibt Leopold zu bedenken. (apa)
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