Montag, 16. Juli 2007

Ist das Auto ein Backofen oder Kühlschrank:
Temperaturen über 50 Grad keine Seltenheit

  • ABER: Autos heizen sich unterschiedlich stark auf

Wer sein Auto im Sommer schon einmal in der Sonne stehen gelassen hat, der kennt das Problem: Binnen kürzester Zeit verwandelt sich das Vehikel in einen Backofen. Mittels eines Vergleichstests wurde nun herausgefunden, welches Auto "hot" und welches "cool" ist. Den Sieg trug der Ford Mondeo mit einer Höchsttemperatur von 37,5 Grad davon, Verlierer ist der VW Golf 3 mit 67 Grad.

Die hochsommerlichen Temperaturen bringen die Menschen in Österreich zum Schwitzen, ganz besonders schweißtreibend wird es aber, wenn man in ein völlig überhitztes Auto steigen muss. Wie heiß es in den Autos tatsächlich wird, haben die Meteorologen des Bonner Wetterservices Donnerwetter.de getestet: "In knapp der Hälfte der Fahrzeuge herrschten Temperaturen über 50 Grad, in jedem achten Auto sogar über 60 Grad", sagte Donnerwetter.de-Experte Michael Klein.

Große Unterschiede
Die Meteorologen haben auf einem asphaltierten Parkplatz die Innenraumtemperaturen verschiedener Fahrzeugtypen gemessen, nachdem sie eine halbe Stunde in der prallen Sonne standen. Die Temperaturunterschiede waren gewaltig: Während ein VW Polo mit 36,2 Grad Celsius das "coolste" Auto war, wurde ein Golf 3 mit 68,7 Grad zum "heißesten Gefährt".

Farbe ist dabei egal
Entgegen der landläufigen Meinung spielte die Farbe des Fahrzeugs keine Rolle. Ein schwarzer Golf zählte mit 41,2 Grad ebenso zu den eher kälteren Autos wie ein silberner Ford Escort mit 62,2 Grad zu den unangenehm heißen Karossen gehörte. "Die Temperaturunterschiede hängen vor allem mit den Fenstern zusammen", erklärte Klein. "Große, schräg gestellte Fensterflächen sorgen für Wüstenklima, getönte Scheiben oder hochwertige Fenster mit entsprechendem Schutz halten den Innenraum vergleichsweise kühl."

Armaturenbrett am heißesten
Die heißeste Stelle ist deshalb auch meistens das Armaturenbrett: "Wer hier eine Sonnenbrille oder CD ablegt, kann sie unter Umständen hinterher in flüssiger Form abwischen", meint der Meteorologe. Auf dem Sitz sind es im Durchschnitt nur etwa zweieinhalb Grad weniger, so dass mancher Fahrer beim Einsteigen wie auf glühenden Kohlen sitzt. Aber selbst die vermeintlich kühlen Schattenplätze direkt am Boden, wo gerne mal die frisch gekaufte Butter oder der Joghurt abgestellt wird, sind keine echte Alternative: Die Temperatur liegt hier im Durchschnitt nur fünf Grad unter den Spitzenwerten auf der Sonnenbrillen-Grillstation. Für Tiere oder Kinder wird das Auto deshalb schon bei kurzer Parkdauer zur Todesfalle. Die Meteorologen haben ihr Fazit nach den Messungen bereits gezogen: "Wir sind nach dem Test alle zu Schattenparkern geworden....." (APA/red)

16.7.2007 17:05