Montag, 19. März 2007

Strafzettel wegwerfen geht bald nicht mehr: Jetzt werden Strafen EU-weit eingefordert

  • Das kosten Verkehrssünden im europäischen Ausland

Im Ausland zu schnell fahren und zu Hause den erhaltenen Strafzettel laut lachend wegschmeißen geht nicht mehr. Ab heuer können im Ausland verhängte Geldstrafen über 70 Euro auch in Österreich einkassiert werden.

Bisher konnten Geldstrafen für Verkehrssünden nur zwischen Österreich und Deutschland zwangsweise eingefordert werden. Wurde man z.B. in einem anderen Land vom Radar geblitzt, konnte man im Heimatland nicht dafür belangt werden. Ab heuer allerdings besteht die Möglichkeit im Ausland verhängte Geldstrafen über 70 Euro auch in Österreich zu vollstrecken.

Alkohol am Steuer
Wie auch in Österreich zählt in den meisten europäischen Ländern Alkohol am Steuer zu den schwerwiegendsten Verkehrsdelikten. In Deutschland werden ab 250 Euro, in Italien ab 260 Euro und in der Schweiz ab 775 Euro fällig. "Diese Strafsätze sind aber die Untergrenzen und gelten daher nur für geringfügige Überschreitungen der Promillegrenzen", erklärt der ÖAMTC. Wer betrunken einen Unfall verursacht, muss oft mit einer Haftstrafe rechnen. Absolutes Alkoholverbot hinterm Steuer gilt in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Rumänien und Estland.

Zu schnell unterwegs
Um 20 Stundenkilometer schneller als erlaubt zu fahren, kommt häufig vor. In Italien blättert man für geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 20 km/h ab 140 Euro hin. In Kroatien, sind ab 40 Euro fällig. In Slowenien liegt der Strafrahmen für Übertretungen bis zu 20 Stundenkilometer zwischen 40 und 125 Euro. In Österreich muss man im schlimmsten Fall mit bis zu 726 Euro rechnen. Österreich hat im europäischen Vergleich bei allen Übertretungen einen sehr weiten Strafrahmen mit enorm hohen Strafdrohungen. Für Wiederholungstäter und bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer werden durchaus auch Strafen nahe der Höchstgrenze verhängt.

Bei "Rot" über die Ampel
Eine rote Ampel zu ignorieren, kann das Budget empfindlich belasten. In Italien droht eine Strafe ab 140 Euro, in der Schweiz 160 Euro, in Kroatien 130 Euro und in Slowenien saftige 250 Euro. In Deutschland gibt es einen Strafrahmen von 50 bis 200 Euro. In Tschechien kommt man mit 60 Euro noch "relativ günstig" davon.

Überholen verboten
Wer ein Überholverbot missachtet, muss etwa in Slowenien mit hohen Strafen rechnen. 170 Euro verrechnet die Exekutive dafür. Auch in der Schweiz sind ab 150 Euro fällig, in Italien ab 70 Euro und in Kroatien ab 40 Euro. Sehr teuer kann es in Norwegen werden, wo ein Strafe von 650 Euro vorgesehen ist.

Parken verboten
Schnell mal kurz anhalten und parken, wo es nicht erlaubt ist, kann ebenfalls teuer werden. In Italien kostet unerlaubtes Parken ab 35 Euro. In Slowenien und Kroatien ab 40 Euro und in der Schweiz wird eine relativ kulante Strafe von 25 Euro verrechnet. (OTS/red)

19.3.2007 13:01