"Pestizid-Cocktails" in Obst und Gemüse: AK warnt vor Zunahme von Krebs & Allergien
- Lieber zu regionalen und saisonalen Sorten greifen
- AK fordert mehr Kontrollen und verstärkte Forschung

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Vor einer "kontinuierlich steigenden" Zahl von Pestiziden und Mehrfachrückständen von Pflanzenschutzmitteln in Obst und Gemüse hat die Tiroler Arbeiterkammer gewarnt. Die Politik verharmlose diese "Tellermine", kritisierte AK-Präsident Fritz Dinkhauser bei einer Pressekonferenz.
Für Dinkhauser geht es bei diesem Thema um das "Überleben". Bei der Anwendung von mehreren Pestiziden auf ein Produkt werde zwar der jeweils geltende Grenzwert unterschritten, die Wirkung insgesamt aber erhöht. Die AK verlangt daher von der Politik, dass "nicht das Gemüse gesund gespritzt und der Mensch dabei krank gemacht wird".
AK warnt vor Krebs und Allergien
Univ.-Prof. Werner Pfannhauser vom Institut für Lebensmittelchemie und -technologie an der Technischen Universität Graz erklärte, dass eine Abschätzung des Risikos von Mehrfachrückständen noch ausstehe. Der Verdacht liege aber nahe, dass diese Krebs erregend, Allergie auslösend und Hormon beeinflussend seien. Außerdem sei der gesetzliche Höchstwert der einzelnen Pestizide für Erwachsene konzipiert. "Das Problem ist bei Kindern und Jugendlichen noch größer, da sie eine andere Stoffwechselfähigkeit besitzen", meinte er.
Regionalen und saisonalen Sorten Vorzug geben
Die AK fordert verstärkte Eigenkontrollen der Hersteller und Importeure, mehr amtliche Kontrollen auf Pestizide, eine verstärkte Forschung im Hinblick auf die additive Wirkung von Pestiziden und eine Festlegung von Summengrenzwerten. Den Konsumenten rät sie, regionales und saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen und dadurch die Belastung zu minimieren. Auch das Ausweichen auf Bioprodukte sei sinnvoll. (APA/red)
