NEWS-Interview mit ÖGB-Chef Hundstorfer:
'Gusenbauers Vorgangsweise hat wehgetan'
- 'Haben einen gemeinsamen Gegner, die Regierung!'
- Wut: 'Würde manche gerne 2 Tage in U-Haft sehen!'
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Im NEWS-Interview spricht ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer über die Auseinandersetzung mit SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer zur Frage, ob Spitzengewerkschafter im Nationalrat vertreten sein sollen und dass Gusenbauer dies im Alleingang verkündete: "Die ganze Vorgangsweise hat natürlich wehgetan. Aber wir haben nun einen Konsens gefunden. Wir arbeiten daran, eine arbeitnehmerfreundlicher Politik in diesem Land umzusetzen. Das sag ich als SPÖ-Funktionär. Wir haben einen gemeinsamen Gegner, die Regierung."
Auf die Frage, ob sein Vorgänger und früherer Freund Fritz Verzetnitsch aus der SPÖ ausgeschlossen werden solle, sagt Hundstorfer: "Wir sollten jetzt einmal die Justiz arbeiten lassen. Auch wenn ich die Wut von allen verstehe und selbst gern manchen von den Verantwortlichen einmal zwei Tage in U-Haft sehen würde." Sein Verhältnis zu Verzetnitsch sei heute "ein nicht stattfindendes. Ich habe drei Tage und drei Nächte gebraucht, bis ich das verkraftet habe, und das wars dann."
Die Austrittswelle aus dem ÖGB sei nun vorbei, sagt der ÖGB-Präsident. Rund 10.000 Mitglieder seien ausgetreten. Auf die Frage, ob der ÖGB nach Offenlegung von Vermögen und Streikfonds noch handlungsfähig sei, sagt Hundstorfer: "Wir sind voll handlungsfähig. Sicher war das nicht angenehm. Nur: Wo waren die Alternativen? Das war eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Um die Bank zu retten, um den ÖGB zu retten, mussten wir so handeln."
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