Sonntag, 9. Juli 2006

"Von Goldmann-Affäre überfordert": SPÖ
fordert Abberufung von ÖBB-Chef Huber

  • Scharfe Kritik an Aufträgen für Malik-Tochterfirma

Die SPÖ fordert angesichts der Vorgänge im ÖBB- Personenverkehr die Abberufung von Bahn-Holding-Chef Martin Huber. Dieser habe sich "in vielfacher Art und Weise disqualifiziert und ist als ÖBB-Chef untragbar geworden", kritisierte SP- Rechnungshofsprecher Kräuter. Als jüngsten Grund nannte Kräuter die "Schmierenkomödie" um die geplante Abgesetzung von Vorstandsdirektorin Wilhemine Goldmann.

Goldmann war vorgeworfen worden, ÖBB-Ressourcen für private Zwecke verwendet zu haben - aus der ursprünglich geplanten Ablöse wurde jedoch nur eine Verwarnung. Im Zuge der Debatte wurde allerdings bekannt, dass eine Tochterfirma des von Personenverkehrs- Aufsichtsratschef Fredmund Malik geleiteten Management-Zentrums einen ÖBB-Auftrag in Millionenhöhe erhalten hatte. Kräuter wirft Huber daher eine Verletzung des "Corporate Governance Codex" vor. Außerdem habe der ÖBB-Chef auf Rechnungshof-Kritik "kaltschnäuzig und schnoddrig" reagiert.

Bei der Debatte über den jüngsten Rechnungshofbericht zu den ÖBB am kommenden Donnerstag im Nationalrat werde es daher eine "schonungslose Abrechnung mit dem Hauptproblem der ÖBB, Martin Huber" geben, kündigte Kräuter an. Für ihn ist der ÖBB-Chef "völlig überfordert". Übrigens: Goldmann gilt als SP-nahe, Huber ist VP- Mitglied.

(apa)

9.7.2006 14:32