Marktwert um 25 Prozent gesteigert:
Red Bull bleibt teuerste Marke Österreichs
- Auch Glücksspielmarken konnten stark zulegen
- Zehn stärksten Brands sind 31 Mrd. Euro wert
Red Bull, Swarovski und Spar Österreich heißen 2006, wie bereits in den beiden vergangenen Jahren, die wertvollsten heimischen Marken. Spitzenreiter Red Bull konnte seinen Markenwert um fast 25 Prozent steigern, wie aus der in Wien präsentierten Markenwertstudie hervorgeht. Stark angezogen hat der Glückspielbereich, der mit den Casinos Austria, den Österreichischen Lotterien, Betandwin und Novomatic gleich vierfach in den Top Ten vertreten ist.
Die zehn stärksten Marken Red Bull, Swarovski , Spar Österreich, ÖBB, Casinos Austria, Österreichische Lotterien, Mobilkom, betandwin.com, Austrian Airlines und Novomatic sind zusammen mehr als 31 Mrd. Euro wert. Sie kommen damit gegenüber dem Vorjahr auf ein Wachstum von durchschnittlich 11,5 Prozent. Im Vergleich dazu ist die Gesamtheit der 127 Marken, die von RNG Corporate Consult und Media Austria Gruppe heuer zum dritten Mal analysiert wurden, durchschnittlich um 10,5 Prozent gewachsen.
"Red Bull" ist 10 Milliarden Dollar wert
Leading-Brand Red Bull kann sich über eine Steigerung seines Markenwertes um fast 25 Prozent freuen und kommt nunmehr auf rund 10 Mrd. Euro. Im europäischen Ranking würde der Energy Drink Rang 13 einnehmen, hieß es bei der Studienpräsentation. Das stärkste Markenwertwachstum unter den Top Ten-Unternehmen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von fast 60 Prozent aber der Casino-Ausstatter und Hauptgesellschafter von Admiral-Sportwetten, Novomatic, der gleichzeitig den ORF vom zehnten Platz verdrängte.
Ebenfalls neu im Ranking der zehn wertvollsten Marken ist Betandwin (plus 34 Prozent Markenwertwachstum). Nicht mehr in der Reihe der wertvollsten Marken befindet sich hingegen die VA Tech, die auf Grund der Übernahme durch Siemens ausschied. Verluste hinnehmen müssen die ÖBB (minus 2,4 Prozent), die sich aber auf dem vierten Platz halten können und die Austrian Airlines (minus 11,8 Prozent), die vom achten auf den neunten Platz abrutschen. Auch die Marke Mobilkom konnte ihren Wert ausbauen (plus 17,1 Prozent). Die anderen Unternehmen kommen auf Steigerungsraten von unter fünf Prozent.
Auffällig in der Reihung ist der große Anteil, den die "Gaming Industry" einnimmt. 24 Prozent der Top Ten Werte kommen aus diesem Bereich. Hinter dieser Entwicklung steckt laut Studienleiter und Geschäftsführer von RNG Corporate Consult, Gerhard Hrebicek, nicht nur die Lust zum Spielen, sondern vor allem die Investition in Techniken und Dienstleistung. "Technologie schafft Wachstum", fasste Hrebicek die Ergebnisse zusammen. Die Unternehmen der "Gaming Industry" sowie die Mobilkom Austria würden vor allem mit Umsatzsteigerungen von 20 bis 100 Prozent pro Jahr punkten.
Es habe sich weiters gezeigt, dass die Industrie und Versorger immer "markenaffiner" werden. Bei den Versorgern seien etwa Marken, wie Verbund und BEWAG im Vormarsch. Besonders wichtig ist laut Hrebicek das Markenmanagement in der Konsumgüter-, Telekommunikations- und Tourismusbranche. Hier werden die "großen" Brands entwickelt. Mit dem Aufbau von Marken werden sich jedoch künftig alle Branchen vermehrt beschäftigen müssen. Durch das Entstehen einer globalen Wirtschaft und den zunehmendem Wettbewerb seien Marken zum Kernelement der Unternehmenspolitik geworden, so Christian Reitterer von der International Advertising Association (IAA).
Vor allem an die KMUs ging der Appell, in die Markenentwicklung zu investieren. Dadurch können sich Kundenbindung, Deckungsbeiträge und Gewinne erhöhen und die Volatilität der Cash Flows und damit Risiko verringern.
In der Studie wurden - basierend auf dem Umsatz-Ranking der Zeitschrift News - Unternehmen berücksichtigt, die sich zu mehr als 45 Prozent in österreichischem Eigentum befinden. Finanzdienstleister finden sich nicht in der Wertung. In dem Benchmarking-Verfahren, das sich an internationalen Vergleichsmarken orientiert, wurden die Unternehmen anhand der Kriterien Branche, Markenstärke, Trendentwicklung, Markenpotenzial und Umsatz bewertet.
(APA/red)
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