Mister Billa will 250 neue Filialen: NEWS über die Expansionspläne des Martin Lenz
- Mit High-Tech & Super-Service wird Billa noch 'bigger'
- Expansionspläne vor allem für Ost-und Zentraleuropa
·FORMAT: "Es gibt zu wenig Billa-Läden"
Der Rewe-Austria-Boss Martin Lenz im Interview
·NEWS: Die Top 1.000 der heimischen Firmen
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Rewe-Austria-Chef Martin Lenz eröffnet die tausendste Billa-Filiale. Und will im nächsten Jahrzehnt noch 250 dazulegen: mit High Tech & Top-Service. NEWS über die Pläne des Rewe-Quereinsteigers zu Osterweiterung, moderne Filialen und die Diskussion um den Ladenschluss.
Karl Wlaschek, legendärer Billa-Gründer und seit dem Verkauf an Rewe Multimilliardär, lässt die Zahl 1.000 völlig kalt. Zwar ist er zur Eröffnung der tausendsten Billa-Filiale eingeladen - Supermarktboss Martin Lenz kann nicht sagen, ob er auch kommt: "Ich bin nicht sicher, ob ihn das rasend interessiert. Karl Wlaschek hat die Gabe, sehr rasch mit Dingen abschließen zu können." Dabei hat ebendiese Filiale durchaus Promi-Charakter. Der Vater von Ski-Ass Michaela Dorfmeister wird dort als Angestellter Fleisch zerlegen.
Expansionskurs total
Auch Rewe-Austria-Boss Martin Lenz, Herr über das Billa-, Merkur-, Bipa-und Penny-Imperium, hat für die Zeit nach der großen Eröffnungsfeier im niederösterreichischen Pernitz bereits große Pläne. Im NEWS-Interview skizziert er einen mutigen Expansionkurs: "Wir haben vor, 20 bis 25 neue Billa-Filialen pro Jahr zu eröffnen. In zehn Jahren könnten wir dann bei optimalen Rahmenbedingungen bei etwa 1.250 Filialen sein."
Mehr Supermärkte als Kunden
Die Umsetzung dieser Wachstumsstrategie wird durch strenge Behördenauflagen und den Platzbedarf der Konkurrenz erschwert. Der Verdrängungswettbewerb ist beinhart - schon jetzt hat Österreich zu viele Supermärkte, als dass alle Standorte der Handelsketten profitabel wären. Kein Wunder, verzeichnen doch auch preisbrechende Diskonter wie Hofer und Lidl jährlich zweistellige Zuwachsraten bei Filialeröffnungen.
Osterweiterung und Akquisition
Lenz will darum in Ost-und Zentraleuropa weiter zulegen. Billa-Märkte gibt es mittlerweile bis Moskau. Und mit dem Parfümeriediskonter Bipa will Lenz künftig auch in Italien Fuß fassen. Kleinere Supermarktketten, die zum Verkauf stehen, stehen auf dem Einkaufzettel des Vorarlbergers Lenz ganz oben.
Filial-Modernisierung
Neben dem ehrgeizigen Wachstumsplan nimmt der Billa-Boss auch die Modernisierung der teils in die Jahre gekommenen Standorte in die Hand. Gerade in Wien gibt es noch kleine, verwinkelte Filialen, die bei Angebot und Service kaum mit Diskontern mithalten können. Hier will Lenz Flächen vergrößern und generell das Einkaufserlebnis für die Kunden verbessern. Denn nicht nur in der tausendsten Filiale in Niederösterreich sollen künftig Bildschirme hängen, die den Konsumenten Produktinformationen, Einkaufstipps und Rezepte näher bringen. Frischwaren wie Salat sollen künftig vermehrt in den Filialen zubereitet werden und noch mehr Fruchtsaft-Theken hinzukommen. Verbessert werden soll auch die Heimzustellung bei Merkur, und mittels der Kundenkarten will man die Konsumentenbedürfnisse noch besser kennen lernen. Bedenken betreff Datenschutz zerstreut Lenz: "Den gläsernen Konsumenten gibt es ohnehin bereits."
Schluss mit dem Ladenschluss
Daher weiß Lenz auch um den Wunsch vieler Kunden nach längeren und flexibleren Öffnungszeiten. "In Pendlergemeinden könnte man ruhig schon um sechs Uhr früh aufsperren oder in der Wiener Innenstadt bis 20 Uhr offen halten", so Lenz gegenüber NEWS. Daher fordert er die Ausdehnung der Wochenöffnungszeiten von derzeit 66 auf 72 Stunden. Erste Gespräche mit Wolfgang Katzian, Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten, hat Lenz bereits geführt. "Unser Wunsch wurde zur Kenntnis genommen. Es gab kein striktes Nein", berichtet Lenz über seine Eindrücke. Ähnlich seiner Zehn-Jahres-Strategie puncto Expansion sprüht er auch beim Ladenschluss vor Zuversicht: "Bei unseren Nachbarn ist es üblich, flexibel einzukaufen. Ich glaube, wir brauchen gar keine zehn Jahre, bis das auch bei uns möglich ist." Beabsichtigter Nebeneffekt des längeren Offenhaltens: Den florierenden Tankstellenshops soll das Wasser abgegraben werden. Der Sonntag soll allerdings als Tag für die Familie tabu bleiben.
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