Ölpreis in Reichweite der Rekordmarke: Kräftige Benzinnachfrage sorgt für Hoch
- Auch weltpolitische Spannungen machen Probleme
- Anstieg der Benzinvorräte brachte Erleichterung
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Der Ölpreis hat sich Freitag trotz der leichten Entspannung am Vortag in Reichweite der neuen Rekordmarke gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im August kostete am Morgen 74,82 Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag.
Weltpolitische Spannungen und eine kräftige Benzinnachfrage hatten den Ölpreis am Mittwoch mit 75,40 Dollar auf einen neuen Rekordstand getrieben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 73,85 Dollar und damit 23 Cent weniger als am Vortag.
Händlern zufolge sorgte ein leichter Anstieg der Benzinvorräte in der vergangenen Woche in den USA für etwas Erleichterung am Markt. Trotz der überraschenden Zunahme zeichne sich noch keine grundlegende Entspannung der Lage ab. In den Sommermonaten ist der Benzinverbrauch in den USA wegen der Reisesaison besonders stark. Auch die jüngsten politischen Spannungen sorgten für den Höhenflug an den Ölmärkten. Neben dem Dauerkonflikt um das iranische Atomprogramm wächst auch in Asien die Sorge um die nordkoreanischen Raketentests.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hält in den kommenden Wochen weitere Rekorde an den Ölmärkten für möglich. "Wenn es zu großen Hurrikanen kommt oder die geopolitischen Risiken zunehmen, könnten wir noch höhere Preise als bisher sehen", sagte Chefökonom Fatih Birol der "Financial Times Deutschland" (Freitag). In der IEA haben sich 26 Verbraucherstaaten des Westens zur Sicherung ihrer Energieversorgung zusammengeschlossen.
Birol begründete seine pessimistische Prognose mit der durchweg angespannten Lage der Ölmärkte. "Es gibt drei Hauptgründe für die hohen Preise: Weltweit sind nicht genug Reservekapazitäten bei der Rohölproduktion vorhanden, bei den Raffineriekapazitäten sieht es ebenfalls sehr eng aus - und die globale Ölnachfrage steigt weiter." Hinzu kämen die politischen Spannungen rund um wichtige Förderländer wie Iran, Nigeria, Venezuela und den Irak, die "wie ein Dünger für die Kurse" seien.
(apa/red)
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