Die "Blauen" als rotes Tuch für Portugal: Angstgegner beendet einmal mehr Titeltraum
- Franzosen kickten Iberer schon dreimal aus Turnier
- Portugals Coach Scolari: 'Frankreich war nicht besser'
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Die "Bleus" bleiben für die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft weiterhin ein rotes Tuch. Durch die 0:1-Niederlage im WM-Semifinale am Mittwoch in München beendeten die Franzosen bereits zum dritten Mal die Hoffnungen der Iberer auf einen Finaleinzug bei einem großen Turnier - 1984 war gegen die "Equipe Tricolore" ebenso in einer EM-Vorschlussrunde Endstation wie 2000, als Zinedine Zidane per Elfer für das "Golden Goal" gesorgt hatte.
Auch diesmal war der Meister höchstpersönlich mit einem verwandelten Strafstoß dafür verantwortlich, dass sich die Portugiesen mit dem Spiel um Platz 3 gegen Gastgeber Deutschland am Samstag in Stuttgart begnügen müssen. "Es war ein ausgeglichenes Match, das durch eine Aktion, den Penalty, entschieden wurde", analysierte Teamchef Luiz Felipe Scolari, dem das verflixte 13. WM-Match zum Verhängnis wurde: In den 12 Endrunden-Partien davor hatte der Coach mit Brasilien und Portugal 11 Siege und zuletzt ein Remis gegen England (Aufstieg im Elferschießen) erreicht.
Portugal mit 16 Niederlagen bei nur 5 Siegen gegen Frankreich
Durch das Semifinal-Out warten die Südwest-Europäer bei einer Gesamtbilanz von 16 Niederlagen, 1 Remis und 5 Siegen (Torverhältnis 27:46) bereits seit 1975 auf einen vollen Erfolg gegen die Franzosen - diesmal war man aber laut Scolari nahe dran, die schwarze Serie zu beenden. "Ich glaube nicht, dass Frankreich heute besser als Portugal war. Meiner Meinung nach wäre ein 0:0 und dann ein Elferschießen gerechter gewesen", behauptete der Brasilianer.
Der Weltmeister-Trainer von 2002 zeigte sich aber auch mit dem Erreichten zufrieden. "Portugal ist ein kleines Land, da ist es schon schwierig, überhaupt so weit zu kommen", sagte Scolari, der seine Schützlinge auf Grund der ersten Schlappe nach 17 Bewerbsspielen aufrichten musste. "Wir müssen die Enttäuschung aus den Köpfen der Spieler hinausbringen und wieder zur Arbeit zurückkehren. Wir haben jetzt ein neues Ziel - wir wollen WM-Dritter werden", gab Scolari als Parole aus.
Scolari vor Ablöse
Für den streitbaren Betreuer könnte das Duell mit dem DFB-Team sein letztes Spiel auf der portugiesischen Trainerbank sein - der 58-Jährige wird von einigen Klubs umworben, könnte aber auch zum brasilianischen Nationalteam zurückkehren. "Ich habe einen Vertrag bis Ende Juli, dann werden wir weitersehen", ließ sich "Big Phil" alle Optionen offen.
Sein Jungstar Cristiano Ronaldo war zwar gegen die Franzosen der mit Abstand beste Offensiv-Akteur seiner Mannschaft, musste sich aber bei jeder Ballberührung ein gellendes Pfeifkonzert anhören - der Flügelspieler gilt als "Schauspieler" und eifriger Schwalben-Produzent. "Aber das belastet mich nicht. Ich bin nur hier, um meinen Job zu tun und der Mannschaft zu helfen", betonte der 21-Jährige, der den uruguayanischen Schiedsrichter Jorge Larrionda kritisierte. "Ich glaube nicht, dass er fair gepfiffen hat."
Mit einer fairen Behandlung darf Ronaldo auch bei seiner Rückkehr zu Manchester United nicht rechnen. Englische Boulevardblätter lancierten eine Hetzkampagne, weil er als treibende Kraft hinter dem Ausschluss von Wayne Rooney im Viertelfinale vermutet wird. Bereits vor WM-Beginn hatte Ronaldo Abwanderungsgelüste in Richtung Real Madrid erkennen lassen.
(apa/red)
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