Donnerstag, 6. Juli 2006

Schlechter Scherz auf Kosten der Fußball- Fans: Mit Beton gefüllte Bälle ausgelegt

  • Mit Aufforderung 'Can u kick it?': Zwei Verletzte
  • Österreicher festgenommen: Gruppe "tut es leid"

Ein Kunstprojekt einer Gruppe aus Österreich anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland dürfte für die Beteiligten ein ernstes Nachspiel haben: Nachdem sich in Berlin mehrere Personen an aufgestellten Betonfußbällen mit der Aufschrift "Can You Kick It" verletzt hatten, wurden ein Mann aus Bad Ischl und ein weiterer Österreicher (das Bundesland ist nicht bekannt, Anm.) verhaftet. Die beiden wurden zwar inzwischen freigelassen, ihnen droht aber ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, so ein Sprecher der Berliner Polizei.

Begonnen hatte es Ende Juni in vier Berliner Bezirken. Dort wurden mehrere mit Beton gefüllte Fußbälle gefunden. Sie waren zehn Kilogramm schwer. Zwei Personen waren der Aufforderung gefolgt, hatten fest gegen die Bälle getreten, sich verletzt und Anzeige erstattet.

Daraufhin nahmen die Berliner Staatsschützer ihre Ermittlungen auf. Am Mittwoch stießen sie offenbar bei einer Razzia in der Strelitzer Straße in Berlin-Mitte auf einen 26-jährigen und einen 29-jährigen Österreicher. Sichergestellt wurden bereits präparierte fertige Bälle, Ketten, mit denen sie an Bäumen oder Geländern angehängt werden sollten und Spray-Dosen für das Auftragen der Aufforderung zum gefährlichen "Fußballspiel".

Die Künstlergruppe "Mediengruppe LM/LN", der die beiden Österreicher angehören dürften, hat sich inzwischen für die Aktion entschuldigt. "Dass sich Menschen bei dieser Aktion verletzt haben, tut uns leid", hieß es in einer Aussendung.

Ihr Projekt "Concrete Soccer" habe sich als "Symbolisierung des Massenphänomens Fußball in Beton gegossen" verstanden. Die Bälle seien als "Kunstwerke markiert" und teilweise an Wänden angebracht gewesen - "also gar nicht tretbar". Sie seien "weder als Gefahrenquelle noch als Fallen beabsichtigt gewesen", so die Aussendung.

Die auf den Bällen angebrachte Aufforderung "Can You Kick It" ließe "nicht nur eine Assoziation zu". "Der Satz kann auch bedeuten: Fußball geht uns alle an oder Fußball ist überall", argumentierte die Gruppe. Es habe auch "erfreulichere Reaktionen" gegeben.
(apa)

6.7.2006 11:18