London gedenkt der Terroranschläge vom 7.7.2005: Schweigeminute & Gottesdienste
- Polizeichef: "Die Anschläge waren unvermeidbar"
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·London-Terror: 56 Tote & 700 Verletzte!
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·Infos: Das waren die Attentäter von London
Kaum Anzeichen auf extremistische Einstellung
·"Terrorgefahr war nie größer als derzeit"
Scotland Yard warnt
vor neuen Attentaten
·London-Terroristen für 13% "Märtyrer"
Britische Moslems mit Verständnis für Anschlag
·Anschläge passten nicht ins Konzept
Radikalisierung der 3. Generation unterschätzt
·INFO-GRAFIK zum Terror am 7.7.2005
Wo sich die Attentäter
in die Luft sprengten

Mit bewegenden Trauerveranstaltungen und Schweigeminuten ist in Großbritannien der Todesopfer der Londoner Terroranschläge vor einem Jahr gedacht worden. Gemeinsam mit Hinterbliebenen und Überlebenden ehrte Premierminister Tony Blair im Londoner Regent's Park die 52 Todesopfer.
"Die Terroristen haben unsere Stadt angegriffen, aber sie haben keinerlei Erfolg mit ihrer Absicht gehabt, uns in die Knie zu zwingen", sagte Kulturministerin Tessa Jowell bei der abendlichen Zeremonie. Die Namen aller 52 Toten wurden durch den prominenten BBC-Nachrichtenmoderator Peter Donaldson ausgerufen.
Im Laufe des Tages hatten tausende Londoner im Regent's Park eine riesiges Blumenmosaik mit violetten Nelken gefüllt, das die Trauernden am Abend mit gelben Gerbera vervollständigten. An allen vier Terror-Tatorten gab es am Morgen Trauerkundgebungen. Dabei waren Tafeln mit den Namen der 52 Todesopfer enthüllt worden.
Zur Mittagsstunde ließen Millionen Menschen die Arbeit ruhen und verneigten sich in den Schweigeminuten im Gedenken an die an die Opfer. Die Anschläge hatten vier extremistische Muslimen verübt, von denen drei in Großbritannien geboren und alle dort aufgewachsen waren.
Aus Sorge vor neuen Attentaten waren am ersten Jahrestag mehrere tausend zusätzliche Polizisten im Einsatz. Scotland-Yard-Chef Ian Blair warnte im Sender BBC, die Gefahr eines neuen Angriffs sei noch auf Jahre hinaus "sehr real". Am Vorabend des Jahrestages war ein neues Propaganda-Video aufgetaucht, in dem ein Rucksack-Bomber kurz vor seinem Tod mit weiteren Bluttaten gedroht hatte.
"Wir tun alles, was wir können, um neue Angriffe aufzuhalten", sagte Polizeichef Blair. "Tatsächlich haben wir bereits drei Versuche gestoppt." Er glaube aber, dass weitere Terrorattacken in London letztlich unvermeidbar seien und fügte hinzu. "Doch wie grausam die Terroristen auch immer sein mögen, sie werden unendlich klein wirken im Vergleich zur Stärke der Londoner."
Die Schweigeminuten wurden von Big Ben eingeläutet, dessen Glockenschlag die BBC landesweit übertrug. In vielen Städten kam das öffentliche Leben kurzzeitig zum Erliegen. Königin Elizabeth II. nahm in der Kathedrale von Edinburgh an den Schweigeminuten teil. Premierminister Blair war im Hauptquartier der Londoner Feuerwehr. Der Labour-Regierungschef sagte: "Der erste Jahrestag bietet der gesamten Nation eine Gelegenheit zusammenzukommen." Auch in vielen moslemischen Einrichtungen ruhten Arbeit oder Unterricht. (apa/red)
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