Knappes Ergebnis bei Wahl in Mexiko: Tausende Menschen fordern Neuauszählung
- 100.000 Obrador-Anhänger protestieren auf Straße
- Linksgerichteter Kandidat will Wahl anfechten
Der mexikanische Links-Kandidat Lopez Obrador fordert weiter eine Neuauszählung aller Stimmen bei der Präsidentenwahl vom 2. Juli. "Wir fordern eine Neuauszählung aller Stimmzettel", rief Lopez Obrador am Samstag bei einer Kundgebung vor mehr als 100.000 Anhängern auf dem Zocalo-Platz in Ciudad de Mexico.
"Wir sind sicher, dass wir am 2. Juli gewonnen haben." Laut dem noch nicht beglaubigten Auszählungsergebnis erhielt er jedoch rund 200.000 Stimmen weniger als sein konservativer Gegenkandidat Felipe Calderón.
"Wir werden die Demokratie verteidigen", betonte Lopez Obrador. "Alle Wahlurnen müssen geöffnet werden, weil es stichhaltige Beweise gibt, dass sie Stimmzettel entnommen haben, um den Kandidaten der Rechten zu begünstigen", forderte der Linke. In der vergangenen Woche hatten die Behörden nur die Ergebnislisten aus den Wahllokalen ein zweites Mal ausgewertet. "Das elektronische Zählsystem wurde manipuliert (...) Was auf dem Schirm war, stimmte nicht immer mit der Realität überein", sagte er.
Die Menschen auf dem Platz schwenkten Fahnen in Gelb, der Farbe der Partei Lopez Obradors. Viele hielten Plakate mit der Aufschrift "Nein zum verdammtem Betrug". Einige riefen: "Wenn es keine Lösung gibt, wird eine Revolution geben."
Lopez Obrador bat seine Anhänger, die Proteste fortzusetzen, aber keine gewaltsamen Aktionen wie die Blockade der wichtigsten Straßen der Hauptstadt zu machen. "Dieses ist und war eine friedliche Bewegung", rief er aus. "Wir werden uns nicht zu irgendwelchen Provokationen hinreißen lassen."(apa/red)
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