USA wollen Sicherheitskontrolle an Iraker übergeben: Rückzug bis Jahresende geplant
- Ist vorerst für Hälfte der Provinzen vorgesehen
Die USA wollen bis Ende des Jahres in der Hälfte der 18 irakischen Provinzen die Kontrolle der Sicherheit an die Iraker übergeben. Der Militärvertreter Kurt Chichowski sagte am Freitag in einer Videokonferenz im Irak, die US-geführten Koalitionsstreitkräfte wollten weiterhin eine Beobachterrolle übernehmen und Sicherheitskräfte ausbilden, doch die Verantwortlichkeit für die Sicherheit werde an die Iraker übergeben. Dies solle "hoffentlich bis Ende des Jahres für annähernd die Hälfte der Provinzen geschehen". Die erste Region soll demnach die südliche Provinz Muthana sein, wo sich derzeit 1400 Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen aufhalten.
Der Militärvertreter wollte sich nicht dazu äußern, ob mit der Übergabe der Verantwortung an die Iraker auch eine Reduzierung der Truppenstärke des US-Militärs von derzeit 127.000 Soldaten einhergehen solle. In einem Bericht des Außenministeriums hieß es am Freitag, die Ausbildung der irakischen Truppen durch die US-geführte Koalition mache Fortschritte. Im Juni sei ihre Zahl auf 268.400 gestiegen, dies seien 28.400 mehr gewesen als im April. Die irakischen Kräfte hätten mittlerweile die Sicherheits-Verantwortung für 60 Prozent von Bagdad und für 78.000 Quadratkilometer der Landesfläche.
Drei US-Soldaten von Aufständischen getötet
Im Irak sind drei US-Soldaten von Aufständischen getötet worden. Der Vorfall habe sich in der westlichen Provinz Anbar ereignet, teilte das US-Militär mit. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor hatte die irakische Polizei mitgeteilt, im westlich von Bagdad gelegenen Karma habe es nach der Detonation einer Bombe am Straßenrand US-Opfer gegeben. Ob es sich bei den beiden Mitteilungen um den gleichen Vorfall handelte, blieb zunächst offen.
Währenddessen sind bei einem Angriff der US-Armee im Westen Bagdads wieder drei irakische Zivilisten getötet worden. Bei den Toten handelt es sich nach Krankenhausangaben um einen Mann und dessen Sohn und Tochter. Amerikanische Kampfflugzeuge hatten den Ort El Zawba etwa 70 Kilometer westlich von Bagdad angegriffen. Vier weitere Menschen seien verletzt worden. Am Vortag waren bei mehreren Angriffen auf Moscheen mindestens elf Gläubige getötet und Dutzende verletzt worden. Zugleich kamen bei Kämpfen amerikanischer und irakischer Soldaten gegen schiitische Milizen im Bagdader Vorort Sadr-City zehn Iraker ums Leben.
(apa/red)
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