16 Leichen in Haitis Hauptstadt entdeckt: UNO-Soldaten machen Fund in Elendsviertel
- Rivalisierende Banden lieferten sich zuletzt Gefechte
UNO-Friedenstruppen haben am Freitag in einem Elendsviertel der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince 16 Leichen entdeckt. In dem Slum haben sich rivalisierende Banden zuletzt häufig Schusswechsel geliefert. Bei den Opfern handele es sich aber nicht um Bandenmitglieder, erklärte ein örtlicher Menschenrechtsaktivist. Sie seien im Laufe eines mehrstündigen Gefechts erschossen worden.
Seit dem 1. Juni seien damit im Viertel Martissant mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach dem Leichenfund verstärkte die UNO-Friedenstruppe laut einer Erklärung ihre Patrouillen. Aus Furcht vor weiterer Gewalt flüchteten zahlreiche Bewohner des Viertels, wie ein örtlicher Radiosender berichtete.
Der UNO-Mission unter brasilianischem Kommando gehören etwa 7500 Soldaten und 2000 internationale Polizisten an, die für Ruhe sorgen sollen. In den vergangenen Jahren gab es in dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre immer wieder schwere Krisen, Gewalt und Entführungen. Zuletzt hatte die UNO-Mission MINUSTAH einen Rückgang bei Entführungen vermeldet.
(apa)
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