Nordkorea verschärft Ton im Streit um Rakententests: Sanktionen wären 'Kriegsakt'
- Japan brachte zuvor Resolutionsentwurf bei UNO ein
- Nordkorea verlangt von USA Freigabe von Geldern
·Nordkoreas Raketen- tests "inakzeptabel"
Pyongyang droht Japan wegen neuer Sanktionen
·"Gegenmaßnahmen" bei UNO-Sanktionen
Nordkorea droht: Neue Raketentests vorbereitet
·Cheney schwächt Angriffspläne ab
US-Luftangriff gegen Nordkorea keine Option
·Nordkoreas Raketen- tests regen China auf
Keine Zurückhaltung mehr: Peking "besorgt"
·Betankt Nordkorea Langstreckenrakete?
Diplomatischer Druck aus
USA, Japan & Australien
Im Streit um die Raketentests hat Nordkorea den Ton weiter verschärft. Die Regierung würde internationale Sanktionen als "Kriegsakt" betrachten, sagte der Vize-Botschafter Nordkoreas bei den Vereinten Nationen, Han Song Ryol, laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap. Japan hatte zuvor im UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf eingereicht, in dem Nordkorea bei einer Weiterentwicklung seines Raketenprogramms mit harten Sanktionen gedroht wird. Das Datum für die Abstimmung soll am Montag bekannt gegeben werden.
Han bekräftigte die Haltung seines Landes, wonach die Führung erst dann an den Verhandlungstisch über das Atomprogramm zurückkehren werde, wenn die US-Regierung eingefrorene Gelder freigebe. Damit verwies er auf Guthaben Pjöngjangs in Macao im Süden Chinas, das wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit Geldwäsche eingefroren worden war.
Chinas UNO-Botschafter Wang Guangya sagte indes in New York, sollte über die vorliegende Resolution abgestimmt werden, werde es keine Einigkeit im Sicherheitsrat geben. Er sagte nicht, ob China die Resolution mit einem Veto zu Fall bringen oder durch Enthaltung durchgehen lassen werde. "Alle Möglichkeiten sind auf dem Tisch", sagte er. Wang forderte als Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Raketentests Nordkoreas eine Erklärung der UNO anstelle der schärferen Resolution.
Nordkorea hatte am Mittwoch trotz internationaler Warnungen sieben Raketen abgefeuert - darunter eine Langstreckenrakete, die Experten zufolge auch Alaska und damit die USA erreichen könnte. Danach kündigte Nordkorea weitere Versuche an, obwohl die internationale Staatengemeinschaft mit einem Proteststurm reagiert hatte. Zudem forderte das abgeschottete Land von Japan mit Nachdruck, bereits verhängte Sanktionen wegen der Tests aufzuheben. Andernfalls sehe sich sein Land gezwungen, schärfere Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sagte Botschafter Song Il Ho der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung versicherte zugleich, die Raketentests seien gegen niemanden gerichtet gewesen.
USA unter Bedingungen zu Dialog mit Nordkorea bereit
Die Vereinigten Staaten sind zu erneuten Gesprächen mit Nordkorea bereit, wenn das kommunistisch regierte Land zu den Sechs-Länder-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückkehrt. "Wenn es Sechser-Gespräche gibt, werden wir mit allen Gesandtschaften zusammentreffen", sagte der US-Gesandte Christopher Hill, der die USA bei den Verhandlungen vertritt.
Dies habe die US-Regierung stets gesagt, und immer hätten die USA die nordkoreanische Delegation bei den Sechser-Gesprächen auch getroffen. "Ich kann es aber nicht tun, wenn sie die Sechs-Länder-Gespräche boykottieren, denn das bedeutet, dass sie keine Sechser-Gespräche wollen. Sie wollen bloß Zweiergespräche."
Die Sechs-Parteien-Gesprächen mit Nord- und Südkorea, China, Japan, Russland sowie den USA waren zuletzt im November zum Stillstand gekommen. Hill schloss Zugeständnisse an Nordkorea für eine Wiederaufnahme aus. "Es ist nicht die Zeit für Gesten solcher Art", sagte er auf die Frage, ob etwa nordkoreanisches Vermögen, das bei einer Bank in Macau liege und derzeit eingefroren sei, freigegeben werden könne.
(apa/red)
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