Samstag, 8. Juli 2006

Gespräche zu Wiedervereinigung: Zypern- Präsident traf Führer der Zyperntürken!

  • 1. Schritt: Auf "Rahmen" für Verhandlung geeinigt
  • UNO: "Historisches" Treffen von Papadopoulos & Talat

Die seit zwei Jahren unterbrochenen Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel Zypern sollen wieder aufgenommen werden. Der zypriotische Präsident Tassos Papadopoulos und der Präsident der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Mehmet Ali Talat, haben sich nach UNO-Angaben auf einen "Rahmen" für den Beginn neuer Gespräche geeinigt.

Zunächst solle auf Expertenebene geprüft werden, auf welche Themen sich griechische und türkische Zyprioten verständigen können, sagte der stellvertretende Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ibrahim Gambari, nach einem Treffen mit den beiden Volksgruppen-Führern in Nikosia. Gambari charakterisierte das Treffen als "historisch". "Wir wollen sowohl Alltagsthemen als auch Kernfragen besprechen", sagte Papadopoulos nach dem Treffen im zyprischen Fernsehen. Von einem Durchbruch sprach er jedoch nicht. "Der schwierige Teil des Dialogs steht noch bevor", sagte Papadopoulos.

Die Expertentreffen werden Ende Juli beginnen. Zudem werden sich die beiden Volksgruppenführer regelmäßig treffen "wenn es notwendig ist", um ihren Beratern zu helfen, sagte Gambari weiter. Papadopoulos und Talat bezeichneten den Status quo auf der geteilten Mittelmeerinsel als "inakzeptabel".

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns waren im April 2004 ins Stocken geraten. Damals hatten die griechischen Zyprioten bei einem Referendum mehrheitlich einen Plan des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan zur Lösung der Zypernfrage abgelehnt. Seit Mai 2004 ist Zypern - völkerrechtlich als Ganzes - EU-Mitglied. Da die Türkei den Nordteil der Insel besetzt hält, findet das EU-Recht auf diesen Teil Zyperns keine Anwendung. (apa)

8.7.2006 18:31