Freitag, 7. Juli 2006

Positive Halbjahres-Kriminalstatistik:
5,7 Prozent weniger Straftaten begangen

  • Aber auch die Aufklärungsquote ist zurückgegangen
  • Weniger Einbrüche, Anstieg bei Taschendiebstählen

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten ist im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf 284.715 gesunken. Der Rückgang um 17.056 Anzeigen entspreche einem "kriminalitätsfreien" Monat in Wien oder ungefähr einem halben Jahr ohne Delikte in Kärnten, sagte Innenministerin Prokop am Freitag. Zurückgegangen ist jedoch auch die Aufklärungsquote, von 39,9 auf 38,7 Prozent.

111.205 Verdächtige wurden ermittelt, im ersten Halbjahr 2005 waren es noch 122.358. Der Anteil der Fremden ging von 30,1 auf 28,8 Prozent zurück, jener der Asylwerber sank um ein Fünftel auf 5.166. Hauptproblem für die Ermittler ist die Ausforschung grenzüberschreitender Tätergruppen.

Einen beträchtlichen Rückgang gab es laut Bundeskriminalamts-Chef Herwig Haidinger bei Wohnungseinbrüchen. Die Zahl sank von 7.197 auf 6.023, was einem Minus von 16,3 Prozent entspricht. 2.139 gestohlene Pkw oder Kombi entsprechen einem Minus von 36,2 Prozent. Bei Pkw- Einbrüchen - 13.449 Anzeigen - weist die Statistik einen Rückgang von 24,6 Prozent aus. Bei Eigentumsdelikten, die 70 Prozent der Gesamtkriminalität ausmachen, gab es einen Rückgang von 3,7 Prozent.

Um 2,8 Prozent zugenommen haben Raubdelikte mit 1.493 Anzeigen im ersten Halbjahr. Einen enormen Zuwachs gab es bei Taschendiebstählen in öffentlichen Verkehrsmitteln. 5.472 Fälle wurden von Jänner bis Juni angezeigt, um 27,6 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2005. Im Innenministerium will man dem Problem, das sich in den Sommermonaten vermutlich noch verschärft, durch Analysen, lokale Maßnahmen und Prävention zu Leibe rücken.

(apa)

7.7.2006 14:51