Sonntag, 9. Juli 2006

König von Wimbledon: Federer schreibt
mit viertem Sieg in Serie Tennis-Geschichte

  • Schweizer Nummer 1 schlug Rafael Nadal in 4 Sätzen
  • Schaffte damit die Revanche für French-Open-Finale

Roger Federer hat in seinem "Wohnzimmer" zurückgeschlagen und den nicht nur in seinen Augen wichtigsten, zumindest aber prestigeträchtigsten Titel im Tennis-Zirkus gegen seinen Herausforderer und Angstgegner Rafael Nadal für sich entschieden. Der Rasenkönig aus der Schweiz bezwang im Herreneinzel-Finale der mit 15,1 Millionen Euro dotierten All England-Tennis-Meisterschaften von Wimbledon den 20-jährigen Spanier in 2:50 Stunden mit 6:0,7:6 (5),6:7(2),6:3 und kassierte dafür umgerechnet 944.000 Euro, sein Kontrahent die Hälfte.

Es war der vierte Wimbledon-Final-Triumph des Weltranglistenersten in Folge, was vor ihm nur der Schwede Björn Borg und der US-Amerikaner Pete Sampras geschafft hatten. Außerdem ist Federer nun in 48 Partien auf Rasen ungeschlagen, allerdings hat er nur zwei der insgesamt acht Duelle mit Nadal für sich entschieden. Vier davon gewann der Spanier heuer, in den Finali von Dubai, Monte Carlo, Rom und vor allem Roland Garros bei den French Open in Paris. In sechs seiner insgesamt zehn Endspiele 2006 war Federer, der in einem Monat 25 Jahre alt wird, nicht zu schlagen, 2006 hält er bei 56:4-Siegen, in seiner Karriere bei insgesamt 39 Turniererfolgen und acht Grand-Slam-Titel.

Federer startete vor 13.800 begeisterten Zuschauern toll, gewann den ersten Satz in 24 Minuten mit 6:0, wobei Nadal seinen Aufschlag so oft wie vorher in sechs Matches nicht abgab. Dann kämpfte sich der Spanier in seiner unnachahmlichen Art in die Begegnung zurück, servierte im zweiten Set (58 Minuten) sogar auf den Satzgewinn, ehe er ihn doch im Tiebreak mit 5:7 verlor. Im dritten Durchgang (53 Minuten) war es dann aber soweit. Federer gab mit 6:7 (Tiebreak 2:7) seinen ersten und einzigen Satz im Turnierverlauf ab.

amit hatte Nadal aber sein Pulver verschossen, gab seinen Aufschlag zum 1:3 und 1:5 ab, kämpfte sich zwar noch einmal auf 3:5 heran (Federer: "Da wurde ich noch einmal nervös"), doch Federer servierte nach 35 Minuten (Gesamt 2:50 Stunden) auf "love" zum 6:3 aus.

"Rasen ist eben Rogers Belag"
"Fantastisch, ein unglaubliches Gefühl", waren die ersten Worte von Roger Federer nach seinem vierten Triumph auf dem heiligen Wimbledon-Rasen. "Ich habe einen großartigen Start gehabt, dann ist es aber wirklich eng geworden", meinte der Schweizer, der Nadal ursprünglich nicht im Finale erwartet hatte. "Rasen ist eben Rogers Belag", anerkannte der Kronprinz die Vormachtstellung des "Königs" an. "Ich werde aber noch oft kommen und immer wieder versuchen, das Finale zu erreichen", kündigte der Spanier an. "Dieses Jahr spiele ich mein bisher bestes Tennis."

Roger Federer wiederum würde auf seinen großen Rivalen gerne verzichten, "aber nach einem Tag wie heute, mag ich ihn auch", sagte der Eidgenosse, der 13 Asse schlug und nur einen Doppelfehler produzierte (Nadal 8:3) schmunzelnd.

(apa/red)

9.7.2006 19:03