Donnerstag, 29. Juni 2006

Transfer jetzt fix: Austria-Goalie Didulica wechselt zu Hollands Vizemeister Alkmaar

  • Kroate erhält bei Niederländern Vier-Jahres-Vertrag
  • Neue Nummer eins bei Favoritnern wird Safar

Mit unterschiedlichen Gefühlen hat Frenkie Schinkels den Abschied Joey Didulicas von Fußball-Double-Gewinner Austria Magna aufgenommen. "Es tut weh, eine Galionsfigur zu verlieren, aber ich freue mich auch für ihn," sagte der Meistertrainer auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Saison-Auftakts. Dieser erfolgt für die Wiener am 18. Juli (19.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den GAK und in neuem Outfit des Ausrüsters Nike, der seinen Vertrag um vier Jahre verlängerte.

"Joey war nicht zufrieden, und ein unzufriedener Joey wäre für den ganzen Kader nicht gut", meinte Schinkels über den kroatischen Torhüter, der 2003 von Ajax Amsterdam nach Wien gekommen war. In den Niederlanden, in Alkmaar, wo Luis van Gaal das Trainer-Sagen hat, wird der Schlussmann seine Karriere auch wieder fortsetzen. Didulica (87 Liga-Spiele für Austria) hatte seinen Abgang schon vor dem WM-Turnier eingeleitet. "Es ist eine riesige Herausforderung, dort zu spielen. Die Liga ist stark, bringt mich auch weiter", so der vierfache Internationale.

Gerichtsverfahren "stört" Didulica
Zwar betonte er immer noch, wie toll die Austria und seine Fans zu ihm gewesen wären, allerdings störten ihn gewisse Dinge im Umfeld. Das waren das anhängige Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung nach dem Foul an Rapid-Belgier Axel Lawaree oder der ständige Terror gegen seine Frau, die im Juli ein Kind erwartet. "Man muss ihn verstehen. Wenn ihn das so belastet, kann man auch nicht sagen, wie er dann spielt", zeigte Sportdirektor Peter Stöger Verständnis für Didulica, der noch bis Sommer 2007 an die Austria gebunden war.

Der niederländische Vizemeister, der ihn mit einen Vier-Jahres-Vertrag ausstattete, verfügt - wie Schinkels als gebürtiger Holländer weiß - über einen großzügigen Finanzier und will für Furore sorgen. Mit dem Abschied Dudulicas stieg Szabolcs Safar zur Nummer eins des Titelverteidiger auf. Der gebürtige Ungar hatte den Kroaten bereits im UEFA-Cup, ÖFB-Cup und zu Beginn der Liga-Saison 2005/06, als Dudulica gesperrt war, vertreten.

Die Austrianer, die heuer eine komplette Elf (Dospel, Antonsson, Janocko, Linz, Sionko, Rushfeldt etc.) abgegeben haben, befinden sich daher noch auf der Suche nach einem zweiten Torhüter. Für die rechte Mittelfeldseite als Sionko-Ersatz ist man schon fündig geworden. Der ablösefreie Gerd Wimmer (5 Länderspiele), der zuletzt für Admira tätig war und schon mit den Favoritnern mittrainiert hatte, erhielt am Donnerstag einen leistungsbezogenen Kontrakt für ein Jahr mit Option. Dazu Schinkels: "Er will den Erfolg, kann uns weiterhelfen und verfügt über internationale Erfahrung."

Schinkels lobt Einkäufe
Mit den schon vorher getätigten "Einkäufen" Thomas Pichlmann (FC Superfund), Andreas Schicker (SV Ried) und Hannes Aigner (Wacker Tirol) ist Schinkels zufrieden. "Alle drei sind hungrig, haben noch nicht viel Erfolg gehabt. Pichlmann und Aigner kompensieren die Abgänge Linz und Rushfeldt, Schicker hat zwei Jahre in Ried eine gute Entwicklung genommen." Keinen Druck, weil in Pasching die Torjäger-Qualitäten bewiesen, spürt Pichlmann. "Es ist eine Herausforderung, ich möchte auf meiner Visitenkarte auch einen Titel stehen haben."

Aigner ist ebenfalls "heiß auf einen Titel und den Cup" und "Heimkehrer" Schicker, der leihweise in Ried war, strebt den Durchbruch und einen Fixplatz an. Auffallend ist, dass alle drei Neuen Österreicher sind. Dazu Schinkels vor dem letzten Jahr unter der Betriebsführung von Frank Stronachs Magna: "Das wurde bewusst getan, wir schlagen jetzt vermehrt diesen Weg ein." Dass auch Nastja Ceh und Filip Sebo vorzeitig gehen könnten, hofft Schinkels nicht.

Wenn Ceh einen Verein bringe, der zahlt, was der Spieler gekostet habe, könne er wechseln. "Bisher kam aber noch keiner", so der Trainer und sagte über Sebo: "Er hat zu mir gesagt, bleiben zu wollen." Markus Kraetschmer hält sich zwar an die Formulierung "Unzufriedene soll man nicht halten", meint jedoch: "Wir bieten niemanden an, wenn wer anfragt, werden wir uns unterhalten." Und zu den Zielen: "Wir wollen beide Titel erfolgreich verteidigen, haben eine gute Truppe". Schinkels formulierte es so: "Die Konkurrenten beunruhigen uns nicht."

(apa/red)

29.6.2006 14:52